RKI-Chef Wieler spricht sich gegen Aufheben der Maskenpflicht an Schulen aus

  • Einige Bundesländer haben die Maskenpflicht an Schulen bereits aufgehoben.
  • Der Chef des Robert Koch-Instituts hält das für ein falsches Signal.
  • Kinder seien angesichts des Corona-Herbsts „weiterhin zu schützen“ – besonders Kinder unter zwölf Jahren.
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Berlin. Die Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen in manchen Bundesländern stößt beim Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI) auf Ablehnung.

Man sehe keinen Anlass, zumindest bis zum Frühjahr 2022 an der Empfehlung zu Corona-Schutzmaßnahmen an Schulen, Kitas und in Alten- und Pflegeheimen zu rütteln, sagte Institutschef Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. In der Hauptstadt etwa ist seit Montag die Maskenpflicht bis einschließlich der sechsten Klasse aufgehoben.

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Wieler: „Wir wollen, dass Kitas und Schulen auf bleiben“

Im Herbst und Winter sei wegen der Zunahme von Kontakten in Innenräumen auch mit steigenden Infektionszahlen zu rechnen. Man sei wegen des Risikos von Langzeitfolgen (Long Covid) unverändert der Ansicht, „dass wir Kinder zu schützen haben“. Er betonte: „Wir wollen, dass Kitas und Schulen auf bleiben, aber bitte unter Beibehaltung von Schutzmaßnahmen.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, es sei richtig, dass über die Frage regional je nach Inzidenz vor Ort entschieden werde. „Es generell für ganz Deutschland jetzt sein zu lassen, das kann nicht der richtige Ansatz sein.“ Er sprach sich dafür aus, dass man weiterhin regelmäßig - zwei bis dreimal pro Woche - teste.

Appell zu Solidarität mit Kindern unter zwölf Jahren

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Wieler rief die Bevölkerung allgemein zu Solidarität mit den neun Millionen Kindern unter zwölf Jahren in Deutschland auf, die meist ungeschützt seien vor Covid-19. Für diese Altersgruppe steht bislang kein Corona-Impfstoff zur Verfügung.

Es liege in der Verantwortung aller, diese Gruppe zu schützen, sagte Wieler. „Dazu gehört auch, dass alle, die es können, die mit den Kindern umgehen, sich impfen lassen gegen Covid-19 und auch die anderen Maßnahmen einhalten.“

RND/dpa

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