• Startseite
  • Politik
  • RKI-Chef Wieler: „Für uns wäre eine frühere Bremse sinnhafter gewesen“

RKI-Chef Wieler: „Für uns wäre eine frühere Bremse sinnhafter gewesen“

  • In einem Interview hat sich RKI-Chef Lothar Wieler kritisch zur Bundesnotbremse geäußert.
  • Aus seiner Sicht käme diese zu spät, so Wieler.
  • Die aktuellen Regelungen seien aus seiner Sicht ein Kompromiss der Politik, hinter dem er nicht stünde.
Anzeige
Anzeige

In einem Interview hat Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, eingeräumt, dass die Bundesnotbremse aus seiner Sicht zu spät kommt. In der Interviewsendung „Jung&Naiv“ sagte er, er sei „nicht glücklich“ darüber, zu welchem Zeitpunkt die verschärften Regelungen in der Pandemiebekämpfung eingeführt wurden.

Im dem Onlineinterviewformat „Jung&Naiv“ hatte Chefredakteur Tilo Jung gefragt: „Der Kompromiss ist, dass wir bremsen, wenn es zu spät ist?“ Als Lothar Wieler dies bejahte hakte Jung nach: „Das ist doch verrückt.“ Lothar Wieler antwortete darauf: „Ja ... es ist ... sagen wir so, ich bin darüber nicht glücklich, aber das ist eben der Kompromiss, der gefunden wurde“. Wieler machte deutlich, dass er nicht hinter diesem Kompromiss der Politik stünde.

„Lieber vorne weniger Infektionen“

„Wir haben klare Empfehlungen rausgegeben, für uns wäre eine frühere Bremse sinnhafter gewesen“, sagte Wieler weiter. Es sei zynisch, so lange zu warten, bis die Intensivstationen voll seien. „Wir würden natürlich viel lieber vorne weniger Infektionen haben“, so der RKI-Chef. Sein Schwerpunkt sei die Prävention. Gleichzeitig zeigte sich Wieler zuversichtlich, dass der Punkt, an dem die Krankenhäuser überlastet sind, nicht erreichen werden wird.

Anzeige

RKI-Chef Lothar Wieler hatte wiederholt einen konsequenteren Lockdown gefordert. Doch erst eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes und die Durchsetzung der sogenannten Bundesnotbremse bei hohen Corona-Inzidenzen haben in der vergangenen Woche zu einem einheitlichen Vorgehen von Bund und Ländern in der Corona-Pandemie geführt.

RND/ag

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen