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RKI-Chef Wieler: „Diese Welle wird schlimmer als die ersten beiden“

  • Die Corona-Infektionszahlen steigen weiter, gleichzeitig ist ein verschärfter Lockdown über Ostern vom Tisch – ganz Deutschland diskutiert mögliche Wege aus der Pandemie.
  • Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler haben heute in einer Pressekonferenz über die aktuellen Entwicklungen informiert.
  • „Es gibt deutliche Signale, dass diese Welle schlimmer wird als die ersten beiden Wellen“, sagte Lothar Wieler.
Anja Gribhofer
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2:09 min
RKI-Präsident Lothar Wieler bei einer Pressekonferenz heute zur aktuellen Corona-Lage. "Es gibt sehr deutliche Signale, dass diese Welle noch schlimmer werden kann als die ersten beiden Wellen. Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Fallzahlen stark steigen, dass wieder mehr Menschen schwer erkranken, dass Kliniken überlastet werden und dass viele Menschen auch sterben werden", so Wieler.  © Reuters
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Berlin. Während die Corona-Infektionszahlen steigen, ist ein verschärfter Lockdown über Ostern – die sogenannte Osterruhe – vom Tisch. Aber wie ist die aktuelle Lage? Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler haben heute in einer Pressekonferenz über die jüngsten Entwicklungen informiert. „Es gibt deutliche Signale, dass diese Welle schlimmer wird als die ersten beiden Wellen“, sagte Lothar Wieler.

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Spahn: Vereinbarte Notbremse konsequent umsetzen
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Momentan steigen die Corona-Infektionen zu schnell und die Virusvarianten machen die Lage besonders gefährlich, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.  © Reuters

Gesundheitsminister Jens Spahn kündigte zudem an, dass die neue Einreiseverordnung erst Montagnacht in Kraft treten werde. „Wir haben das noch einmal verschoben, um Fluggesellschaften etwas mehr Zeit zu geben“, sagte Spahn. Für Flugreisende ist es dann ab Montagnacht verpflichtend, einen negativen Corona-Test vorzuzeigen.

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Des Weiteren unterstrich der Gesundheitsminister den Ernst der Lage: „Wenn das ungebremst so weitergeht, laufen wir in Gefahr, dass unser Gesundheitssystem im April an seine Grenzen kommt.“ Er betonte, dass die Ärzte und Pfleger auf den Intensivstationen seit nunmehr sechs Monaten stark unter Druck stehen. Er appellierte daher an die Länder, die Notbremse konsequent anzuwenden.

„Treffen Sie sich draußen, tragen Sie eine Maske“

Mit Blick auf Ostern bat er die Deutschen gleichzeitig, Treffen nur im kleinsten Kreis und draußen stattfinden lassen. „Treffen Sie sich draußen, tragen Sie eine Maske,“ sagte Spahn. „Es gibt deutliche Signale, dass diese Welle schlimmer wird als die ersten beiden Wellen“, sagte Lothar Wieler. Wenn jetzt nicht gegengesteuert werde, seien die Folgen schwerwiegend.

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Besonders stark betroffen seien Berufstätige sowie Kinder und Jugendliche – Ansteckungen fänden in Kitas, Schulen und am Arbeitsplatz statt. „Das Virus verbreitet sich überall dort, wo Menschen zusammenkommen“, erklärte der RKI-Chef. Auch er appellierte: „Je weniger Sie sich treffen, desto geringer wird das Ansteckungsrisiko. Wenn Sie sich treffen, tragen Sie eine Maske und denken Sie an die Hygieneregeln.“

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Corona-Lage in Deutschland: RKI-Lagebericht vom 26. März
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Die Inzidenz und die Zahl der Neuinfektionen steigen weiter - über 4000 mehr Corona-Neuinfektionen als noch vor einer Woche.  © dpa
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„Kein Impfstoff darf unverimpft bleiben“, betonte Spahn weiter. Die bisherigen Impfungen der über 80-Jährigen hätten bereits Auswirkungen auf das Pandemiegeschehen. Es gäbe weniger Ausbrüche in Pflegeheimen. „Und wenn es doch einen Ausbruch gibt, dann mit weniger schweren Verläufen“, erklärte der Gesundheitsminister.

Zudem betonte er ein weiteres Mal die Bedeutung der Schnelltests. Die jetzt geschaffene Testinfrastruktur sei Voraussetzung, diese in Zukunft strategischer zu nutzen. „Wir sind wahrscheinlich im letzten Teil dieses Pandemiemarathons angekommen“, sagte Spahn. Dies sei aber der härteste Teil. Wie in einem Marathon sei auch jetzt jeder letzte Schritt eine wahre Tortur. Dies unterstrich auch RKI-Chef Wieler. Die Variante B117 sei schwerer einzudämmen. Es seien aber nur noch einige wenigen Monate, in denen die Wachsamkeit hoch gehalten werden müsse.

Lauterbach fordert Lockdown

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte zuvor einen strengen, zweiwöchigen Lockdown gefordert und Teststrategien eine Absage erteilt. „Wir brauchen hier nicht wie bei Jugend forscht auszuprobieren, was ich mit ein paar Tests hinbekomme, bevor mir das alles kollabiert“, sagte Lauterbach am Donnerstagabend im Talk von Maybrit Illner im ZDF. Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hofft hingegen, mithilfe von Tests wieder Normalität herstellen zu können und hat die vielfach kritisierten Öffnungspläne für sein Bundesland nach Ostern verteidigt.

Hans sagte zu den Öffnungsplänen im Saarland, Ziel sei es, einen Anreiz für einen Corona-Test zu bieten, „nämlich vielleicht einmal ein Eis essen zu gehen auf einem Marktplatz oder Sport zu machen im Verein mit wenigen Personen“. Für Flugrückkehrer gilt derweil ab Sonntag eine Corona-Testpflicht. So soll das Epidemiegeschehen weiter eingedämmt werden.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 21.573 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 183 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Freitag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 17.482 Neuinfektionen und 226 neue Todesfälle verzeichnet.

RND/dpa/ag

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