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  • RKI-Chef Lothar Wieler zu Corona-Lage in Deutschland: Vorsichtig optimistisch

RKI-Chef Wieler: „Mich stimmt optimistisch, dass sich die Kurve abflacht“

  • Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt zwar nicht mehr so steil an, aber dennoch steigt sie weiter.
  • Am Donnerstag meldet das Robert-Koch-Institut 21.866 neu registrierte Fälle.
  • Aber: „Wir sind diesem Virus nicht hilflos ausgeliefert. Wir können diesen Anstieg abbremsen“, sagt RKI-Chef Lothar Wieler.
Tobias Dinkelborg
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1:56 min
„Was mich vorsichtig optimistisch stimmt, ist die Tatsache, dass die Fallzahlen seit einigen Tagen etwas weniger stark zunehmen. Die Kurve geht also etwas weniger steil nach oben, sie flacht sich ab. Wir wissen noch nicht, ob das eine stabile Entwicklung ist. Ob sich das fortsetzt, das werden wir erst noch sehen.“, sagte RKI-Chef Wieler am Donnerstag.  © Reuters
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Berlin. Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts, bezeichnet die Corona-Lage in Deutschland als „nach wie vor sehr ernst“. Doch es gibt auch gute Nachrichten: „Was mich vorsichtig optimistisch stimmt, ist, dass sich die Kurve abflacht“, sagte Wieler am Donnerstag in Berlin. „Wir wissen aber noch nicht, ob das eine stabile Entwicklung ist, ob sich das fortsetzt.“

Dennoch zeige es: „Wir sind diesem Virus nicht hilflos ausgeliefert. Wir können diesen Anstieg abbremsen.“ Allerdings nehme das Geschehen noch praktisch in ganz Deutschland zu. „Deshalb müssen wir damit rechnen, dass Kliniken an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.“

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Den Grund für das Abflachen der Zahlen kann das RKI noch nicht eindeutig benennen. „Es kann daran liegen, dass die strengeren Maßnahmen beginnen zu wirken, das wissen wir aber nicht genau. Es kann auch sein, dass die Laborkapazitäten langsam ausgeschöpft sind“, sagte Ute Rexroth, Leiterin des RKI-Lagezentrums.

„Ein paar Monate die Pobacken zusammenkneifen“

Wieler ergänzte: „Das Ziel ist, und das wird für viele Monate so bleiben, die Neuinfektionen auf ein Level zu bringen, mit dem die Gesundheitsämter und die Krankenhäuser umgehen können.“ Auch danach sei es das oberste Gebot, „so wenige Infektionen wie möglich zuzulassen“.

Den Inzidenzwert deutschlandweit auf unter 50 zu drücken werde einige Zeit in Anspruch nehmen, sagte der RKI-Chef. „Wir haben belegt, dass es geht. Aber im Winter ist es schwieriger, weil wir uns mehr in geschlossenen Räumen aufhalten. Es geht trotzdem, wenn wir uns nach wie vor zusammenreißen. Wir müssen hier noch ein paar Monate die Pobacken zusammenkneifen.“

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21.866 neue Corona-Infektionen in Deutschland
0:48 min
Am Donnerstag, 12. November, sind die Corona-Neuinfektionen wieder leicht angestiegen, jedoch zeichnet sich eine allgemeine Abflachung ab.  © dpa

Wieder mehr ältere Menschen infiziert

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Die Gesundheitsämter hatten dem RKI 21.866 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind knapp 3400 Fälle mehr als am Mittwoch, wie aus den Angaben des RKI vom Donnerstagmorgen hervorgeht.

Im Vergleich zum Donnerstag vergangener Woche ist der Wert etwas höher. Zu dem Zeitpunkt hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 19.990 gelegen. Ein Höchststand war am Samstag mit 23.399 verzeichneten Fällen erreicht worden.

Der Anteil älterer Personen unter den Covid-19-Fällen nimmt laut RKI weiter zu. „Es werden auch wieder vermehrt Covid-19-bedingte Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet.“

RND/mit dpa

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