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  • Richard Grenell: Warum der US-Botschafter eine Fehlbesetzung war

US-Botschafter Richard Grenell: Fehlbesetzung von Anfang an

  • Der US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, trat im Mai 2018 sein Amt an.
  • Stets trat er im Stil eines Imperators auf, der denen in einer abgelegenen Kolonie mal die Sporen zeigt.
  • Gut, dass er jetzt geht, findet Markus Decker.
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Berlin. Richard Grenell macht’s auf Twitter – so wie sein Chef. Auf Berichte, wonach er seinen Posten bald räumen werde, reagierte der US-Botschafter in Berlin am Sonntag nicht etwa mit einem Dementi, sondern mit einer im Kurznachrichtendienst veröffentlichten Drohung.

“Sie machen einen großen Fehler, wenn Sie glauben, der Druck Amerikas hört auf“, schrieb er. “Sie kennen die Amerikaner nicht.“ Dies ist nur der letzte Beleg dafür, dass der 53-Jährige seinen Job gründlich missverstanden hat.

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Grenell: Botschafter im Stil eines Imperators

Im Mai 2018 bezog Grenell offiziell seinen Posten am repräsentativen Brandenburger Tor. Und er zeigte von Anfang an, wie man es nicht machen sollte. Wenn die Deutsche Presse-Agentur schreibt, dass Grenell offensiv den Standpunkt Donald Trumps vertreten habe, dann legt sie damit genau jene Zurückhaltung an den Tag, die der 53-Jährige stets vermissen ließ. Tatsächlich trat er im Stil eines Imperators auf, der denen in einer abgelegenen Kolonie mal die Sporen zeigt.

Kein Grund zur Hoffnung in Trump-Ära

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Die Reaktionen waren entsprechend. Potenzielle Gesprächspartner machten, wenn es um Grenell ging, die Schotten weitgehend dicht. Das Vertrauen, das ohnehin erst hätten wachsen müssen, wuchs nie. Damit entfiel die Grundlage für alles. Ein Botschafter, der mit niemandem sprechen kann, der kann nicht arbeiten. Mittlerweile signalisieren Grüne und Linke, dass sie sich einen Emissär wünschen, der den Namen auch verdient – einen, der anders als Grenell zuletzt präsent ist und eben kein Politiker, sondern ein Botschafter. Einer mit Manieren.

Nun hat Grenell gewiss seine Besonderheiten. Doch der Berliner Wunsch nach einem dialogfähigen Nachfolger dürfte sich in der Ära Trump kaum mehr erfüllen. Damit sich das transatlantische Verhältnis normalisieren kann, muss der Präsident selbst im November abgelöst werden. Dafür heißt es: Daumen drücken!

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