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Krieg in der Ukraine

Richard David Precht stellt Sinn von ukrainischem Widerstand gegen Russland infrage

Richard David Precht, Philosoph, hat mit einer Äußerung zum Krieg in der Ukraine einen Shitstorm ausgelöst.

Berlin.Nach einer Äußerung des Philosophen und Schriftstellers Richard David Precht zum Widerstand der ukrainischen Bevölkerung gegen den Einmarsch russischer Truppen haben Userinnen und User auf Twitter mit viel Kritik reagiert. In einer am Freitag veröffentlichten Folge des ZDF-Podcasts „Lanz & Precht“ bezeichnete Precht die Entscheidung der ukrainischen Regierung, die Bevölkerung zur Verteidigung des eigenen Landes aufzurufen, als falsch.

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Die Regierung um den Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nehme in Kauf, dass Tausende oder Hunderttausende durch den russischen Angriffskrieg ihr Leben verlören – durch einen Krieg, „den man nicht gewinnen kann“, so Precht in dem Podcast. In Richtung seines Co-Moderators Markus Lanz sagte er: „Das ist falsch, Markus, und das bleibt falsch!“. Precht betonte, dass die Selbstverteidigung eines Einzelnen gegen einen russischen Angriff nicht das gleiche sei wie die Durchhalteparolen eines Präsidenten, „der sein Volk in einen Krieg schickt, den es verlieren muss“.

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Abschließend ergänzte Precht: „Natürlich hat die Ukraine ein Recht auf Selbstverteidigung, aber auch die Pflicht zur Klugheit, einzusehen, wann man sich ergeben muss.“ ZDF-Moderator Markus Lanz erwiderte daraufhin, dass sich die beiden in diesem Punkt nicht einig seien.

Im Netz gibt es kaum Verständnis für Prechts Worte

Im Internet sieht das ähnlich aus, nur sind dort die Userinnen und User deutlicher in der Kritik. Besonders auf Twitter haben Prechts Worte eine Welle der Empörung hervorgerufen. Vor allem steht dabei die Aussage im Fokus, die Ukraine hätte keine Aussicht auf Erfolg.

So schrieb die Autorin Marie von den Benken: „Richard David Precht findet, die Ukraine müsse sich ergeben, weil sie den Krieg nicht gewinnen kann. Nach der Logik können wir die Schlüssel für Deutschland direkt an Putin übergeben, denn mit unserer Bundeswehr könnten wir aktuell nicht mal einen Krieg gegen Disneyland gewinnen.“

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Der Soziologe und Extremismusexperte Matthias Quent reagierte mit einem Zitat, das angeblich vom Dichter Bertolt Brecht stammen soll: „'Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.‘ Brecht statt Precht“. Der ehemalige Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, schrieb: „Zahlt das ZDF Precht eigentlich irgendwas für den Blödsinn, den er im Podcast ins Mikro sagt?“

Einige wenige Twitter-Nutzer verteidigten hingegen Precht; einer schrieb beispielsweise: „Ich mag Precht überhaupt nicht, aber diese Aussage ergibt in dem Kontext, den er genannt hat, Sinn. Aber gut, wir reißen halt gerne Aussagen aus dem Kontext.“

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Per Dekret hatte die ukrainische Regierung zu Beginn der russischen Invasion verfügt, dass alle 18‑ bis 60‑Jährigen das Land nicht verlassen dürfen. Stattdessen hatte der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, seine Landsleute zum Widerstand aufgerufen.

RND/jw

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