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„Respektloser Gang“ zu historischem Grab – Istanbuls Bürgermeister spottet über Kritik

  • Istanbuls Bürgermeister Ekrem Imamoglu hat mit hinter dem Rücken verschränkten Armen ein historisches Grab besucht.
  • Dafür ist er hart kritisiert worden.
  • Der türkische Bürgermeister fühlt sich zu unrecht kritisiert und sieht sich als Opfer einer politischen Kampagne.
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Istanbul. Für seinen Besuch mit hinter dem Rücken verschränkten Händen an einem historisch bedeutsamen Grab ist Istanbuls Bürgermeister Ekrem Imamoglu hart kritisiert worden. Doch das Stadtoberhaupt will die Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen und wähnt sich als Opfer einer politischen Kampagne. „Das ist so absurd“, sagte der Politiker der kemalistischen Partei CHP am Mittwoch, nachdem vorläufige Untersuchungen gegen ihn eingeleitet worden waren.

Es handele sich um eine „Gedankenfinsternis“ der Autoritäten, deren „einziges Problem es ist, Ekrem Imamoglu zu bekämpfen“. Die CHP ist nach der regierenden AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan stimmenstärkste Partei im Land und sitzt im türkischen Parlament auf den Oppositionsbänken.

Das Innenministerium hatte am Dienstag über die vorläufigen Untersuchungen der Staatsanwaltschaft gegen Imamoglu informiert. Ihm wird unter anderem Respektlosigkeit vorgeworfen.

Die Anschuldigungen beziehen sich auf einen Besuch am Grab des osmanisches Sultans Mehmed II. Auch Besuche aus dem vergangenen Jahr bei Bürgermeistern der prokurdischen Oppositionspartei HDP, mit der Erdogans AKP seit langem im Clinch liegt, werden Imamoglu laut Innenministerium vorgehalten.

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Gang vom Großvater geerbt

Schon sein Großvater in der Schwarzmeerregion sei mit hinter dem Rücken verschränkten Händen gelaufen, verteidigte Imamoglu seinen Gang. Daraus einen Ermittlungsprozess abzuleiten sei „außerordentlich kreativ“, so der Bürgermeister der Millionenmetropole.

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„Stellen Sie sich das vor, wenn jetzt jeder in Istanbul auf den Straßen aus Trotz anfangen würde, so zu gehen, was dann? Wollt ihr dann Strafanzeige gegen jeden erstatten?“

Imamoglu hatte sich bei den Istanbuler Wahlen 2019 gegen den Kandidaten der regierenden AKP durchgesetzt, was auch als Zeichen sinkender Zustimmung für Erdogan gewertet wurde. Imamoglu wird als einer der potenziell wichtigsten Herausforderer des regierenden Präsidenten bei künftigen Wahlen auf Landesebene gesehen.

Derzeit macht er zudem Schlagzeilen wegen seiner scharfen Ablehnung des Baus eines Kanals durch die Metropole am Bosporus. Das Projekt gilt als eines der Kernanliegen Erdogans, wird aber von vielen Seiten unter anderem wegen der negativen Auswirkungen auf das Ökosystem kritisiert.

RND/dpa

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