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13.-Klässler über die Schule der Zukunft: „Respekt kann man sich nicht erbrüllen“

  • Wie sieht die Schule der Zukunft aus? Welche Lehrer werden dafür gebraucht?
  • Darüber haben wir mit Dario Schramm gesprochen.
  • Er ist Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz und geht in die 13. Klasse.
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Berlin. Was ist der wichtigste Punkt, in dem sich die Schule der Zukunft von der von heute unterscheiden sollte?

Wir müssen wegkommen von diesem Druckverhältnis. Meine Wunschvorstellung ist, dass Schülerinnen und Schüler gern in die Schule kommen – und nicht nur, weil Mama und Papa sagen: „Aufstehen, du musst in die Schule.“ Wenn Schule richtig gut ist, dann sagen Kinder und Jugendliche: „Ich kann mich hier auch mit Themen beschäftigen, für die ich brenne.“

Wie können wir das hinbekommen?

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Ich glaube, das kann am besten in einer Schule gelingen, in der das Miteinander im Mittelpunkt steht. Das ist keine Schule, in der Lehrer vor allem vorne stehen und Frontalunterricht machen. Sondern eine, in der Schüler in Projekten gemeinsam, aber auch viel eigenständig arbeiten können.

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Gibt es nicht auch Schüler, die eher auf klare Vorgaben angewiesen sind?

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Ja, natürlich. Jeder soll so viel Unterstützung bekommen, wie er braucht – aber auch die Chance auf Freiraum, wenn er ihn sich zutraut. Schule sollte kein Paket sein, das für jeden bereits mit fast identischen Inhalten gepackt ist, sondern eines, das gerade Jugendliche sich zunehmend selbst packen können.

Welche Rolle sollte dabei digitales Lernen spielen?

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Eine große Rolle – aber es kommt darauf an, dass digitales Lernen bewusst eingesetzt wird. Die Idee bei der digitalen Schule kann ja nicht sein, dass einfach nur jeder mit einem Tablet rumläuft oder die ganze Zeit am Handy spielt. Ich glaube, es geht darum, dass die unterschiedlichen Mittel sich gut ergänzen müssen. Manches geht technisch besser, anderes nicht. Ich persönlich habe auch ganz gern mal ein Buch in der Hand.

Was ist der Lehrer der Zukunft für ein Menschentyp?

Lehrer sind unterschiedlich – und das macht ja auch einen Reiz aus. Es ist gut, dass Lehrer Menschen sind und keine Roboter. Aus meiner Sicht ist ein guter Lehrer einer, der nicht krampfhaft darauf pochen muss, dass er der Chef im Klassenzimmer ist. Respekt kann man sich nicht erbrüllen. Respekt bekommen Lehrer vor allem dann, wenn sie sich für ihre Schüler wirklich interessieren und auf Augenhöhe mit ihnen kommunizieren.

Brauchen wir mehr Lehrerinnen und Lehrer, damit die Schule der Zukunft gelingen kann?

Ja. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir Lehrern bessere Arbeitsbedingungen bieten müssen, wenn wir genug Menschen für diese Arbeit gewinnen wollen. Ganz ehrlich, ich hätte keine Lust, Lehrer zu werden. Vor 28 oder 29 Schülern in einem Klassenraum zu stehen, das ist wirklich ein Knochenjob. Guter Unterricht und individuelle Förderung können nur gelingen, wenn in kleineren Klassen gelernt wird.

Wird die Schule in 20 Jahren wirklich besser sein?

Ich hoffe es. Durch die Not in Corona-Zeiten ist zumindest bei der Digitalisierung jetzt Druck darauf, dass sich etwas bewegt. Die Politik darf das Thema nicht wieder links liegen lassen, sobald die Pandemie nachlässt. Faire Chancen für alle kann es nur geben, wenn Deutschland ausreichend in seine Schulen investiert.

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