Renten für langjährig Versicherte deutlich gestiegen

  • Die Durchschnittsrente der Menschen, die mindestens 35 Versicherungsjahre aufweisen und neu in die Rente kommen, ist deutlich angestiegen.
  • Ein wesentlicher Grund dafür sind die Rentenerhöhungen der vergangenen Jahre.
  • Im Jahr 2021 gab es wegen der Wirtschaftskrise zwar eine weitgehende Nullrunde, doch die Rentenversicherung blickt optimistisch ins nächste Jahr.
|
Anzeige
Anzeige

Berlin. Die Renten von langjährig Versicherten sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Die Durchschnittsrente derjenigen, die mindestens 35 Versicherungsjahre aufweisen und neu in die Altersrente gekommen sind, lag im Jahr 2010 noch bei 962 Euro und im Jahr 2020 bei 1290 Euro. Der Anstieg in diesem Zeitraum lag damit bei 34 Prozent. Das geht aus Zahlen der Deutschen Rentenversicherung hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegen. Im Westen belief sich der Anstieg demnach auf 29, im Osten sogar auf 50 Prozent.

„Diese positive Entwicklung stärkt die gesetzliche Rente als zentrale Säule der Alterssicherung in Deutschland“, sagte ein Sprecher der Deutschen Rentenversicherung dem RND. Der wichtigste Grund für die Steigerungen sind die Rentenerhöhungen in den vergangenen Jahren.

Hauptstadt-Radar Der RND-Newsletter aus dem Regierungsviertel mit dem 360-Grad-Blick auf die Politik im Superwahljahr. Immer dienstags, donnerstags und samstags.
Anzeige

Mehr Frauen mit langen Erwerbszeiten

Gleichzeitig hat der Anteil der Rentnerinnen und Rentner, die mindestens 35 Jahre an Versicherungszeiten haben, zugenommen. Waren es im Jahr 2010 noch 65 Prozent der Neuzugänge in die Altersrente, die auf entsprechend viele Versicherungsjahre kamen, so waren es zehn Jahre später 72 Prozent. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass mehr westdeutsche Frauen als früher auf entsprechend lange Erwerbszeiten kommen.

Die Zehn-Jahres-Zahlen zeigen deutlich den langfristigen Anstieg bei den Renten, obwohl es im Jahr 2021 erstmals seit Langem für viele Rentner eine Nullrunde gegeben hat. Aufgrund des Corona-Einbruchs und der wirtschaftlichen Folgen stagnieren in diesem Jahr die Renten im Westen. Im Osten sind sie zum 1. Juli um 0,7 Prozent gestiegen.

Anzeige

Die Regeln für die Rentenerhöhung

In den Jahren zuvor waren die Renten zehnmal in Folge erhöht worden. Auch im Juli 2020 waren die Bezüge der Rentner trotz Wirtschaftskrise, Kurzarbeit und steigender Arbeitslosigkeit noch einmal spürbar gestiegen. Das liegt daran, dass sich die Rentenanpassung nach den geltenden Regeln jeweils an der Lohnentwicklung des Vorjahres orientiert. So erklärt sich auch die weitgehende Nullrunde für Rentner in 2021.

Anzeige

Für das kommende Jahr rechnet die Deutsche Rentenversicherung wieder mit steigenden Renten. „Steigen die Löhne in diesem Jahr wie erwartet, wird es im nächsten Jahr voraussichtlich wieder eine positive Rentenanpassung geben“, hat die Vorstandsvorsitzende der Rentenversicherung, Anja Piel, bei einer Bundesvertreterversammlung im Juni angekündigt. Nach derzeitigen Vorausberechnungen soll gleichzeitig der Beitragssatz von 18,6 Prozent im Jahr 2022 konstant bleiben. „2023 könnte eine kleine Anhebung auf 18,7 Prozent erforderlich sein“, so Piel.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen