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  • Rente in Deutschland: Abschlussbericht der Rentenkommission - steigende Beiträge und längeres Arbeiten?

Die Wahrheit in Sachen Rente: Wir werden länger arbeiten müssen

  • Die Rentenkommission der Bundesregierung hat ihren Abschlussbericht übergeben.
  • Darin ist manches richtig – die wirklich harten Fragen geht die Kommission aber nur vorsichtig oder gar nicht an.
  • Das wird auf Dauer so nicht weitergehen können, kommentiert Tobias Peter.
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Berlin. Glückwunsch, große Koalition! So könnte man jetzt – zynisch betrachtet – rufen. Denn der Plan, den Union und SPD mit der Rentenkommission verfolgt haben, ist aufgegangen.

Das Riesenproblem dabei: Die Idee hinter der Einsetzung der Rentenkommission ist nie gewesen, die gesetzliche Rente zukunftssicher zu machen. Das Ziel war, Zeit zu gewinnen und so dafür zu sorgen, dass in dieser Legislaturperiode keine grundlegenden Zukunftsreformen mehr angepackt werden müssen.

Der Sinn und Unsinn von Kommissionen

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Als Gerhard Schröder in seiner Zeit als Bundeskanzler die Hartz-Kommission eingesetzt hat, ging es ihm darum, im Sozialsystem und am Arbeitsmarkt tatsächlich etwas zu bewegen. Union und SPD haben die Rentenkommission aber nur deshalb berufen, weil sie sich in den Koalitionsverhandlungen bei dem Thema nicht einig werden konnten.

Dass in dieser Kommission große inhaltliche Sprünge möglich wären, hat nie jemand geglaubt: Zu weit lagen dafür die Standpunkte von Arbeitgebern und Gewerkschaften, aber auch Regierungspolitikern und Wissenschaftlern auseinander. Klar war auch von Anfang an, dass Union und SPD sich eineinhalb Jahre vor der Wahl nicht zu womöglich schmerzhaften Grundsatzreformen bei der Rente durchringen würden.

Die unterschiedlichen Stellschrauben

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Damit ist klar: Es geht bei der Rente erst einmal mehr oder weniger weiter wie bisher. Um das Rentenniveau einigermaßen stabil zu halten, werden die Beiträge steigen. Auch zusätzliches Steuergeld wird nötig sein. Das ist nicht alles vollkommen verkehrt. Angesichts der demografischen Entwicklung ist es notwendig, an verschiedenen Stellschrauben zu drehen. Ein offensichtlicher Fehler ist aber, dass die Kommission das Thema Rentenalter ausgeklammert hat.

Wenn die Menschen erfreulicher Weise älter werden, müssen sie perspektivisch auch länger arbeiten. Diese simple Wahrheit wird sich nicht ewig leugnen lassen.

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