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  • Rente: Flexibles Eintrittsalter? Wir werden länger arbeiten müssen

Die Wahrheit ist: Wir werden für unsere Rente länger arbeiten müssen

  • Die große Koalition hat sich in dieser Legislaturperiode vor grundlegenden Reformen gedrückt, durch die unsere Rente besser für die Zukunft gesichert würde.
  • In der Union sind jetzt Fachpolitiker mit einem Konzept vorgeprescht, in dem es um ein flexibleres Renteneintrittsalter geht.
  • Auch wenn das Konzept viele Fragen offen lässt, ist der Vorstoß richtig: Weitere Jahre ohne Reformen werden wir uns im wahrsten Sinn des Wortes nicht leisten können, kommentiert Tobias Peter.
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Berlin. Die große Koalition ist in diese Legislaturperiode in Sachen Rente mit einem Plan gestartet, der zwar taktisch klug war, aber inhaltlich sehr zu wünschen übrig ließ. Union und SPD haben damals eine Rentenkommission eingesetzt und sie so lange schwammige Vorschläge erarbeiten lassen, bis es zu spät war, grundlegende Reformen anzupacken. Das hat den Parteien erspart, ihren Wählern schmerzhafte Schritte zuzumuten.

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Mit der Absicherung Selbstständiger und dem Rentenalter zeichnen sich zwei Schwerpunkte für die Rentendebatte in Deutschland in den kommenden Monaten ab.  © dpa

Eine banale, aber richtige Erkenntnis

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Wenn man diese Vorgeschichte sieht, ist es ein Fortschritt, was der Bundesfachausschuss Soziale Sicherung und Arbeitswelt der CDU in einem Beschluss zur Rentenpolitik formuliert hat. Da ist die banale, aber richtige Erkenntnis: Wenn die Menschen – erfreulicherweise – immer älter werden, müssen sie perspektivisch auch länger arbeiten. Es ist gut, dass die CDU-Rentenpolitiker sich ehrlich zu diesem Zusammenhang bekennen, auch wenn sie nicht konkret genug werden, was das eigentlich bedeutet.

Die in Aussicht gestellte Abschaffung des einheitlichen Rentenalters kann in einer immer stärker individualisierten Gesellschaft zwar ein sinnvoller Schritt sein. Doch die Wähler werden es genauer wissen wollen: Wer kann wann und aus welchen Gründen früher als andere aufhören zu arbeiten? Wer arbeitet länger – und was bedeutet das für die ausgezahlte Rente?

Vernünftig wäre es, wie von den CDU-Politikern vorgeschlagen, eine Körperschaft öffentlichen Rechts einzurichten, die einen Rentenfonds für Kapitalanlage aufbaut und betreut. Dieser Rentenfonds sollte jedoch besser nicht, wie in dem Konzept anvisiert, einen Teil der gesetzlichen Rente ersetzen. Die umlagefinanzierte Rente hat sich gerade in Krisenzeiten als besonders sicher erwiesen. Ein staatlicher Rentenfonds könnte aber ein gutes Angebot für alle sein, die nicht auf die derzeitigen Riester-Produkte vertrauen. Mehr private Vorsorge wird auf jeden Fall notwendig sein.

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