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  • Rente 2022: Darum fällt die Erhöhung geringer aus als erwartet

Die Rentenerhöhung fällt geringer aus als erwartet – und das ist fair

  • Statt mehr als 5 Prozent gibt es im kommenden Jahr wohl 4,4 Prozent Rentenerhöhung.
  • Das hat mit einer Entscheidung der künftigen Ampelkoalition zu tun, die den Nachholfaktor bei der Rente wieder einführt.
  • Im Ergebnis ist das nur fair, kommentiert Tobias Peter.
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Berlin. Aus einer sehr guten Nachricht für die Rentnerinnen und Rentner wird eine gute. Ursprünglich ist für kommendes Jahr eine Rentenerhöhung von über 5 Prozent erwartet worden. Jetzt geht Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) davon aus, dass es auf 4,4 Prozent hinausläuft.

Es ist immer bedauerlich, wenn eine einmal in Aussicht gestellte Erhöhung geringer ausfällt. Hier hat das unmittelbar mit einer Entscheidung der Ampelparteien SPD, Grüne und FDP zu tun.

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Worum geht es? In Deutschland sind die Menschen richtigerweise vor Rentenkürzungen geschützt. Solche Kürzungen gibt es auch dann nicht, wenn sie sich rentenmathematisch ergeben würden. Dies kann in drastischen Wirtschaftskrisen der Fall sein. So gab es im laufenden Jahr für die Rentner eine Nullrunde, obwohl sich wegen des ökonomischen Einbruchs durch Corona rechnerisch eine Kürzung ergeben hätte. Die Rentengarantie hat gegriffen.

Ampelkoalition führt Nachholfaktor wieder ein

In der Vergangenheit gab es einen Nachholfaktor, der vorsah, dass im Gegenzug für eine ausgefallene Rentenkürzung künftige Rentenerhöhungen etwas geringer ausfallen. Die große Koalition hat diesen Nachholfaktor ausgesetzt, die Ampelkoalition führt ihn jetzt wieder ein.

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Man kann darüber streiten, ob man mit der Wiedereinführung noch ein Jahr hätte warten sollen. Die Regeln im laufenden Spiel zu verändern, empfinden viele Menschen als unfair. Grundsätzlich sorgt der Nachholfaktor aber für Gerechtigkeit zwischen den Generationen. SPD, Grüne und FDP verschaffen dem vernünftigen Prinzip Geltung, dass sich Löhne und Renten im Einklang entwickeln.

Bald schon kommen angesichts der demografischen Entwicklung große Herausforderungen auf die gesetzliche Rentenversicherung zu. Dabei wird es darauf ankommen, die Lasten zwischen den Generationen gerecht zu verteilen.

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