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Lauterbach: US-Aufkauf von Remdesivir “extrem unfreundlicher Akt”

  • Die US-Regierung hat sich die Produktion mehrerer Monate des Erfolg versprechenden Corona-Medikamentes Remdesivir gesichert.
  • Die Bundesregierung reagiert gelassen.
  • Doch der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach zeigt sich besorgt.
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Berlin. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat den Aufkauf des Großteils der bis September geplanten Produktion des Erfolg versprechenden Corona-Präparats Remdesivir durch die US-Regierung scharf kritisiert. “Das ist ein extrem unfreundlicher Akt”, sagte Lauterbach dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). “Wenn sich auf diese Art und Weise Medikamente gesichert werden, ist das ein Alarmsignal und ein Grund zur Sorge”, fügte er hinzu.

Die EU müsse dringend klären, wie sie darauf reagiere. “Das ist ein Vorgeschmack auf das, was uns bei einem Impfstoff erwartet”, warnte der Gesundheitsexperte.

“Wenn es keine zweite Pandemiewelle gibt, sind die Remdesivir-Reserven in Deutschland ausreichend und es gibt keinen Grund zur Besorgnis. Wir wissen aber nicht, wie sich die Pandemie entwickelt und wann ein Impfstoff zur Verfügung steht”, sagte Lauterbach. So bestehe zum Beispiel die Gefahr, dass das Virus mutiere und gefährlicher werde. Medikamente zur Behandlung der schweren Verläufe seien daher unverzichtbar.

Remdesivir gilt als eines der aussichtsreichsten Medikamente bei schweren Corona-Symptomen. Das Medikament wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt, zeigte hier aber eine zu geringe Wirkung.

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Spahn: Momentan noch genug Reserven

Die Bundesregierung reagierte auf die Nachricht des Aufkaufs allerdings betont gelassen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) berichtete nach Angaben von Teilnehmern im Gesundheitsausschuss des Bundestags, das Ministerium habe frühzeitig Remdesivir für die Therapie von Corona-Patienten gesichert.

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Momentan gebe es noch genug Reserven, sagte der Minister. Sie lagerten in einem Bundeswehrkrankenhaus in Nordrhein-Westfalen. Der CDU-Politiker sprach von einer Reserve für die Behandlung von “einigen Hundert Patienten”. Genauere Zahlen nannte er nicht.

Mit Zulassung Verpflichtung zu angemessener Lieferung verbunden

Sein Ministerium verwies zudem auf die bevorstehende Zulassung des Präparates in Europa. Erst vergangene Woche hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA eine Zulassung für das Mittel unter Auflagen empfohlen. Die finale Entscheidung durch die EU-Kommission wird noch in dieser Woche erwartet.

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Mit der Zulassung sei die Verpflichtung verbunden, auch in angemessenem Umfang liefern zu können, sagte ein Sprecher Spahns. Und er fügte hinzu: “Wir gehen davon aus, dass Gilead dieser Verpflichtung auch nachkommt.”

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