Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Rekrutiert Mali russische Söldner? Vorwürfe gegen Militärregierung des Krisenstaats

Ein Soldat der Bundeswehr steht am Flughafen nahe des Stützpunktes in Gao im Norden Malis. (Archivbild) Deutschland, Frankreich, Großbritannien und weitere Länder haben den Machthabern in Mali vorgeworfen, Söldner der russischen Firma Wagner ins Land zu holen.

Ein Soldat der Bundeswehr steht am Flughafen nahe des Stützpunktes in Gao im Norden Malis. (Archivbild) Deutschland, Frankreich, Großbritannien und weitere Länder haben den Machthabern in Mali vorgeworfen, Söldner der russischen Firma Wagner ins Land zu holen.

Berlin. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und weitere Länder haben den Machthabern in Mali vorgeworfen, Söldner der russischen Firma Wagner ins Land zu holen. „Wir (...) verurteilen die Stationierung von Söldnertruppen auf malischem Gebiet entschieden“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die das Auswärtige Amt am Donnerstag veröffentlichte. Man bedauere „die Entscheidung der malischen Übergangsregierung, ohnehin knappe öffentliche Mittel zu nutzen, um ausländische Söldner zu bezahlen“.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Sie hätten Kenntnis davon, dass die russische Regierung die Entsendung der Wagner Group nach Mali materiell unterstütze. Die insgesamt 16 Länder riefen Russland auf, „zu einem verantwortungsvollen und konstruktiven Verhalten in der Region zurückzukehren“.

Eine Stellungnahme aus Mali war am Abend zunächst nicht zu erhalten. In dem westafrikanischen Krisenstaat ist auch die Bundeswehr im Einsatz - als Teil der UN-Friedensmission Minusma sowie der EU-Ausbildungsmission EUTM. Zuletzt bezifferte die Bundeswehr die deutsche Präsenz auf etwas mehr als 1350 Soldatinnen und Soldaten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

EU-Mitgliedstaaten drohten bereits mit einem Ende des militärischen und zivilen Engagements in Mali

Ein möglicher Einsatz von Wagner in Mali hatte bereits für Aufregung gesorgt. Die EU-Mitgliedstaaten hatten dem Land für diesen Fall offen mit einem Ende des militärischen und zivilen Engagements gedroht.

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht erklärte auf Twitter: „Die Entscheidung der Verantwortlichen in Mali, Söldner ins Land zu holen, halten wir für falsch und bedauern sie ausdrücklich.“ Sie äußerte die Überzeugung, dass dieser Schritt nicht geeignet sei, die Sicherheitslage im Land zu verbessern. „Wir werden uns nun eng mit unseren internationalen Partnern über das weitere Vorgehen und unser Engagement in Mali abstimmen. Dabei hat die Sicherheit unserer Soldatinnen und Soldaten höchste Priorität.“

Mali mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern hat seit 2012 drei Militärputsche erlebt und gilt als politisch äußerst instabil. Seit dem bisher letzten Putsch im Mai wird das Land von einer militärischen Übergangsregierung geführt. Dem instabilen Krisenstaat machen seit Jahren islamistische Terrorgruppen zu schaffen.

RND/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen