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Grünen-Wahl: Baerbock mit Rekordergebnis, Habeck deutlich dahinter

  • Die Wiederwahl der Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck und Annalena Baerbock gilt als Stimmungstest für eine mögliche Kanzlerkandidatur der Ökopartei.
  • Auf dem Parteitag in Bielefeld erreichte Baerbock nun ein herausragendes Ergebnis.
  • Sie erhielt 97,1 Prozent der Stimmen.
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Bielefeld. Robert Habeck ist für zwei weitere Jahre zum Bundesvorsitzenden der Grünen gewählt worden. Der 50-Jährige erhielt am Samstag beim Bundesparteitag in Bielefeld 90,4 Prozent der Stimmen. Deutlich besser schnitt Annalena Baerbock ab. Die 38-Jährige erhielt am Samstag beim Bundesparteitag in Bielefeld 97,1 Prozent der Stimmen.

Stimmungstest für Kanzlerkandidatur

Die Wahl galt als Stimmungstest und Vorgeschmack dafür, wen die Grünen sich als Kanzlerkandidaten für die nächste Bundestagswahl wünschen würden – falls die Partei einen ihrer Spitzenkandidaten so bezeichnen wird. Das beste Einzelergebnis als Grünen-Chef in der Parteigeschichte hatte bisher Claudia Roth mit 91,5 Prozent im Jahr 2001 erzielt. Habeck war im Januar 2018 ohne Gegenkandidaten mit 81,3 Prozent zum Co-Parteichef gewählt worden, Baerbock in einer Kampfabstimmung mit 64,45 Prozent.

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Zur Eröffnung des laufenden Parteitags in Bielefeld hatte Habeck die Grünen bereits am Freitagabend auf eine baldige Regierungsbeteiligung eingestimmt. „Die Ära Merkel geht erkennbar zu Ende, und eine neue Ära bricht an“, sagte er zum Auftakt des Grünen-Parteitags am Freitag in Bielefeld. „Wir wollen die Weichen mitstellen. Wir werben um die Verantwortung dafür, die neue Zeit mitzugestalten!“

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"Habeck bereitet die Grünen auf Regierungsbeteiligung vor"
1:22 min
Die Grünen haben in Bielefeld eines ganz deutlich gemacht: Sie wollen regieren und gestalten. Gordon Repinski berichtet aus Bielefeld vom Parteitag der Grünen.  © RND

Bei den Grünen ist die Zufriedenheit mit den Chefs groß. Wenig verwunderlich: Seit deren Amtsantritt fährt die Partei die größten Erfolge ihrer Geschichte ein – sei es bei der Europawahl, bei Landtags- oder auch Oberbürgermeisterwahlen wie zuletzt in Hannover. Umfragen taxieren die Grünen im Bund bei gut 20 Prozent. „Wir haben so viel Hoffnungen geweckt“, sagt Habeck am Freitagabend. „Sorgen wir dafür, dass aus Hoffnung Wirklichkeit wird.“

Auch die Landesvorsitzenden von Baden-Württemberg und Hamburg, Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bildungssenatorin Katharina Fegebank, hatten sich in ihren Reden am Samstagvormittag klar zum Führungsanspruch der Grünen bekannt. Kretschmann hatte bereits in der Vergangenheit gefordert, dass seine Partei mit einem offiziellen Kanzlerkandidaten in die Wahl gehen soll, und sich dabei für Robert Habeck ausgesprochen. Auch in Umfragen spricht sich eine Mehrheit der Deutschen für Habeck als grünen Kanzlerschaftsbewerber aus.

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Auch Kretschmann reklamiert grüne Führungsrolle

Inhaltlich wollen die Grünen auf ihrem Bielefelder Parteitag ein „Recht auf Wohnen“ einführen und den sozialen Wohnungsbau massiv ausweiten. Außerdem soll ein „Recht auf Wohnungstausch“ die Wohnungskrise in Ballungsräumen lindern: So sollen ältere Menschen ihre als zu groß empfundenen Wohnungen mit jungen Familien tauschen können, ohne dass die Mietverträge neu aufgesetzt und die Mieten dadurch teurer werden.

Um die Schärfung ihres sozialpolitischen Profils sind die Grünen auch beim Thema Mindestlohn bemüht: Er soll auf 12 Euro steigen.