Europa braucht einheitliche Regeln für das Reisen

  • An Reisewarnungen führt in diesem Corona-Jahr kein Weg vorbei.
  • In Europa gibt es dafür aber keine einheitlichen Regeln.
  • Das ist gefährlich, meint Kommentator Jörg Kallmeyer: Es drohen Grenzschließungen.
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Fritz Joussen demonstriert Gelassenheit. Oder ist es schon Sarkasmus? “Reisewarnungen kommen und gehen”, sagte der Chef des weltgrößten Reisekonzerns Tui am Montag. Dabei sind Reisewarnungen Gift für die Branche, für Fluggesellschaften kommen sie einem zweiten Lockdown gleich.

Corona und Reisen: Schnelle Lösungen sind gefordert

Wer in Zeiten einer Pandemie reist, sollte dies besonders verantwortungsbewusst tun. Weil aber nicht alle Reisenden vernünftig sind, brauchen sie Hilfestellung von den Behörden. Mit Hinweisen auf die Lage in der Zielregion und zur Not mit einer Reisewarnung, die Urlaubern kostenfreie Stornierungen erlaubt. Solche Warnungen müssen transparent sein und einheitlichen Regeln folgen, damit sie eingehalten werden – und damit sie auch für Reiseveranstalter nachvollziehbar sind.

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Von einheitlichen Kriterien aber ist Europa derzeit weit entfernt. Deutschland hat zum Beispiel eine Reisewarnung für Brüssel ausgesprochen, Frankreich nicht. Für die deutsche Ratspräsidentschaft ist das doppelt peinlich: Spitzenbeamte und Politiker aus Berlin müssen ihre Termine streichen, weil sie Brüssel nicht erreichen können. Zudem hatte man nach den bitteren Erfahrungen in ersten Corona-Monaten doch fest versprochen, in Europa bei der Pandemiebekämpfung künftig an einem Strang zu ziehen.

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Wo ist der Schwung aus den “Wiederaufbaugipfeln” im Frühjahr geblieben? Europa muss sich schnell auf eine Lösung des Reiseproblems verständigen, sonst droht das, was eigentlich kein Europäer akzeptieren kann: Das erneute Schließen der Grenzen. Viktor Orban ist schon vorangegangen und hat Ungarn abgeschottet. Brüssel muss ihn stoppen – und zugleich eine Strategie vorlegen, die sicheres Reisen in Europa ermöglicht.

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