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Reisen in Corona-Zeiten: Die EU will sich einig zeigen – ist es aber nicht

  • Die EU-Mitgliedsstaaten versprechen, dass sich das Grenzchaos aus dem vergangenen Frühjahr nicht wiederholen soll.
  • Doch schon ist klar: Nationale Alleingänge wird es weiter geben.
  • Es fehlt eine Langfriststrategie, kommentiert Damir Fras.
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Brüssel. Immerhin: Eine Lehre scheinen die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten aus dem Chaos des vergangenen Frühjahrs gezogen zu haben. Ohne Absprache untereinander soll es in der zweiten Corona-Welle nicht mehr zu Grenzkontrollen oder gar Grenzschließungen in der EU kommen.

Das ist sehr wichtig. Denn der Schock war gewaltig, als im vergangenen Jahr plötzlich Polizisten auf den Brücken zwischen Deutschland und Luxemburg aufzogen. Das wirkt bis heute nach und war mehr als nur Symbolik. Ohne Pendler aus Deutschland würde das luxemburgische Gesundheitswesen zusammenbrechen.

Geduld ist weiter gefragt

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Zwar mag Einigkeit darüber bestehen, den Binnenmarkt offen zu halten, damit Lieferketten nicht unterbrochen werden. Auch Pendler sollen es nicht mehr so schwer haben wie im vergangenen Jahr, zu ihren Arbeitsplätzen im Nachbarland zu gelangen. Doch der große Rest der Europäerinnen und Europäer wird sich noch monatelang gedulden müssen.

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Denn eine gemeinsame Langfriststrategie für das Reisen in Corona-Zeiten haben die EU-Staaten nach wie vor nicht. Belgien denkt darüber nach, nicht unbedingt notwendige Reisen vorläufig ganz zu verbieten. Zur Begründung wird man anführen, dass über Grenzangelegenheiten einzig und allein die nationalen Regierungen entscheiden.

Ein Stresstest für die Solidarität

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Frankreich macht von Sonntag an negative Tests zur Bedingung für die Einreise. Die Begründung hier: Es handle sich nicht um Grenz-, sondern um Gesundheitspolitik, über die aber ebenfalls nur in den Hauptstädten entschieden wird. Und schließlich mag auch die Bundesregierung nicht ausschließen, dass es wieder zu Grenzkontrollen kommt.

Natürlich ist die Pandemie ein Stresstest für die Solidarität unter den EU-Mitgliedsstaaten. Natürlich ist die mögliche Verbreitung hochansteckender Virusmutationen eine zusätzliche Belastung.

Dennoch: Koordiniertes Handeln sieht anders aus.

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