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  • Regenwald in Brasilien: Nie mehr Abholzung und Brände als in Bolsonaros Präsidentschaft - er sieht sich als Opfer von Verleumdung

Bolsonaro sieht Brasilien als Opfer der Verleumdung von Umweltschützern

  • So viel Regenwald wie in der Präsidentschaft Jair Bolsonaros ist in Brasilien seit Jahren nicht abgeholt worden.
  • Dazu wüteten seit Jahresbeginn mehr als 16.000 Feuer im Pantanal - Negativrekord seit Beginn der Aufzeichnungen.
  • Dennoch stellt der rechte Präsident Brasilien bei der virtuellen Generaldebatte der UN nun als Opfer der Verleumdung von Umweltschützern hin.
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Rio de Janeiro. Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat den Umgang seiner Regierung mit dem Amazonas-Regenwald verteidigt. Er sagte in der virtuellen Generaldebatte der UN-Vollversammlung am Dienstag, sein Land sei fälschlicherweise als Umweltsünder dargestellt worden. Die brasilianische Landwirtschaft habe ihre Exporte gesteigert, um eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Brasilien sei überdies weltweit führend beim Schutz des tropischen Regenwaldes und in der Produktion von sauberer Energie.

Bolsonaro hatte in seinem Wahlkampf angekündigt, eine stärkere Ausbeutung des Amazonas-Gebiets durch Landwirtschaft und Bergbau zuzulassen. Die Entwaldung in der Region könnte in den zwölf Monaten bis Juli 2020 laut vorläufigen Angaben der brasilianischen Weltraumbehörde ein 14-Jahres-Hoch erreicht haben. 9205 Quadratkilometer Vegetation gingen der Behörde zufolge verloren, hauptsächlich wegen mehr Bränden im August und September vergangenen Jahres. Im Pantanal, dem größten tropischen Feuchtgebiet der Erde, haben seit Jahresbeginn mehr als 16.000 Feuer gebrannt - erheblich mehr als in jedem ganzen Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1998.

“Opfer einer der brutalsten Desinformationskampagnen über den Amazonas”

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Bolsonaro, der bei der Generaldebatte als erster Staatschef sprach, sagte jedoch: "Wir sind Opfer einer der brutalsten Desinformationskampagnen über den Amazonas und das Pantanal-Feuchtgebiet". Er sagte: "Der brasilianische Amazonas ist bekanntermaßen sehr reich. Das erklärt, warum internationale Institutionen solche Kampagnen unterstützen, basierend auf geheimen Interessen, gemeinsam mit eigennützigen und unpatriotischen brasilianischen Vereinigungen, mit dem Ziel, der Regierung und Brasilien selbst zu schaden."

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Schon bei seiner ersten Rede in der UN-Generaldebatte im vergangenen Jahr hatte Bolsonaro gegen den von ihm so genannten "radikalen Umweltschutz" gewettert. Rubens Ricupero, ein Brasilianer, der mehr als ein Jahrzehnt lang Generalsekretär der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung war, sagte über die diesjährige Rede: "Es ist das gleiche wie letztes Jahr: Ein Mix aus Verleugnung der Realität und Selbstlob für die Förderung einer Umweltpolitik, die nicht existiert."

Bolsonaro verteidigte auch die Politik seiner Regierung während der Corona-Pandemie und verwies auf Finanzhilfen für arme Brasilianer und Kleinunternehmen.

RND/AP/epd

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