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Reem Alabali-Radovan: Das ist die neue Staatsministerin für Integration

Reem Alabali-Radovan wird die neue Staatsministerin für Integration.

Berlin. Sie kennt sich aus, denn sie hat es selbst erlebt. Die SPD-Politikerin Reem Alabali-Radovan, erst 31 Jahre alt, wird neue Staatsministerin für Integration im Bundeskanzleramt.

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Ihr eigener Weg nach Deutschland war eine Herausforderung: Sie wurde in Moskau als Kind irakischer Austauschstudierender geboren. Ihre Eltern konnten nicht in den Irak zurück, kamen als Asylbewerber 1996 nach Mecklenburg-Vorpommern. „In der Schule und auch später war ich immer die Einzige mit offensichtlichem Migrationshintergrund“, erzählte Alabali-Radovan dem RND im September. In Deutschland hat die Familie trotz aller Schwierigkeiten eine Heimat gefunden.

Sie will das Thema Migration besetzen

Der Weg der jungen Frau in die Politik war rasant und ebenso erfolgreich. Nach einem Studium der Politikwissenschaft in Berlin ging sie wieder nach Schwerin. Dort wurde sie unter der SPD-geführten Regierung Büroleiterin des Integrationsbeauftragten.

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Schon zwei Jahre später bekleidete sie selbst das Amt. 2021 trat sie als Direktkandidatin an – und gewann mit 29,4 Prozent der Erststimmen. Ein Plus von mehr als 7 Prozent. Eine beachtliche Leistung: Immerhin holte sie einen Wahlkreis, der auch aus rechten Hochburgen besteht. Nicht unbedingt eine Gegend, in der eine Kandidatin gewählt wird, die mit sechs Jahren als Flüchtlingskind kam.

Doch gerade von den Seniorinnen auf den Dörfern, von denen nicht wenige selbst nach dem Zweiten Weltkrieg als Flüchtlinge und Vertriebene nach Mecklenburg kamen, erfuhr sie auch Zuspruch – ihre Geschichte löste bei ihnen etwas aus. Dass die zierliche Frau sich durchsetzen kann, hat sie nicht zuletzt in der Boxabteilung des BC Traktor Schwerin bewiesen. Ob sie einen Boxsack ins Kanzleramt mitnimmt?

Ihre größte Förderin: Manuela Schwesig (SPD)

Einige Politiker und Politikerinnen mit Migrationshintergrund wollen sich in der Parlamentsarbeit nicht auch noch mit diesem Thema beschäftigen. Alabali-Radovan sieht das offenbar anders. In ihrer Bachelorarbeit befasste sie sich mit dem Syrien-Krieg. Vor ihrem Start in der Politik arbeitete sie in der Erstaufnahmeeinrichtung, wo sie selbst mit ihren Eltern in den 1990er-Jahren aufgenommen worden war. Sie will das Thema Migration besetzen.

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Nun geht sie einen großen Schritt weiter – ins Bundeskanzleramt. Einige werden kritisieren, dass sie mit 31 Jahren zu jung für diese Position ist. Ihre Vorgängerin etwa, Annette Widmann-Mauz (CDU), war vor ihrer Berufung als Integrationsbeauftragte bereits 20 Jahre in der Bundespolitik. Aber: Alabali-Radovans eigene Erfahrungen und ihr beruflicher Werdegang werden sie fachlich ein Stück weit vorbereitet haben.

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Ihre Förderin hat daran einen großen Anteil: Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), hatte Alabali-Radovan 2020 zur Integrationsbeauftragten berufen und zur SPD geholt. „Ich freue mich sehr, dass Reem Alabali-Radovan zur neuen Staatsministerin für Integration berufen wird“, teilte die SPD-Politikerin am Dienstag mit. „Sie hat als Integrationsbeauftragte hier in Mecklenburg-Vorpommern hervorragende Arbeit geleistet. Ich bin sicher, dass sie auch auf Bundesebene neue Impulse für die Integrationsarbeit setzen wird.“

Welche Rolle wird Alabali-Radovan nun einnehmen? Als Staatsministerin für Integration ist sie die Schnittstelle zwischen der migrantischen Community und der Bundesregierung. Chancengleichheit von Menschen mit Fluchtgeschichte – das wird oben auf ihrer Agenda stehen. Schließlich lautete ihr Wahlkampfslogan im September: „Chancen neu denken“.

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