MAD entlarvt offenbar neun rechtsextreme Soldaten in der Eliteeinheit KSK

Die Eliteeinheit bei der Bundeswehr: das Kommando Spezialkräfte, kurz KSK. (Symbolbild)

Die Eliteeinheit bei der Bundeswehr: das Kommando Spezialkräfte, kurz KSK. (Symbolbild)

Berlin. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) hat in den vergangenen Monaten offenbar neun rechtsextreme Soldaten in der Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) entlarvt. Wie der “Spiegel” berichtet, habe das MAD-Präsident Christof Gramm in einer vertraulichen Sitzung vor Abgeordneten des Bundestags gesagt. Mindestens neun von 20 Verdachtsfällen hätten sich bestätigt. Das seien deutlich mehr als bislang angenommen.

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Die betreffenden Soldaten wurden demnach bereits sanktioniert. So sei gegen drei KSK-Mitglieder ein Dienst- und Uniformtrageverbot ausgesprochen worden, ein weiteres soll bereits entlassen, zwei Soldaten versetzt worden sein. Gegen wieder zwei andere laufe dagegen noch ein Disziplinarverfahren, in einem Fall stehe die Entlassung bevor.

Hohe Zahl für kleine Einheit

Für eine kleine nur aus rund 1000 Mann bestehende Einheit wie das KSK sei das eine hohe Zahl, zitiert das Nachrichtenmagazin MAD-Chef Gramm. Das spreche dafür, dass sich ein ungutes Eigenleben in der Eliteeinheit entwickelt habe, schreibt der “Spiegel” weiter. Das sei umso erstaunlicher, als die Anforderungen für die Mitgliedschaft extrem hoch seien.

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Das KSK ist eine streng geheim agierende Eliteeinheit, die vor allem auf Geiselbefreiungen im Ausland spezialisiert ist. Ihre Schwerpunkte liegen unter anderem auf der Terrorismusbekämpfung, Aufklärung, Kommandokriegsführung und Militärberatung.

Die rechtsextremen Probleme in der Elitetruppe sind seit Längerem bekannt. Erst im Dezember war ein Unteroffizier des KSK suspendiert worden. Nach Monaten der Ermittlung war der Mann dringend verdächtig, ein Rechtsextremist zu sein. Ob es sich dabei um den erwähnten entlassenen Mann handelt, ist unklar.

Nicht der erste Fall

Der bekannteste Fall ist zudem Andre S., dessen Spitzname “Hannibal” ist. Dieser war im Zuge der Ermittlungen gegen den terrorverdächtigen Bundeswehrsoldaten Franco A. in den Blickpunkt geraten. Wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz war Andre S. im vergangenen September verurteilt worden. Dagegen legte er Beschwerde ein, das Amtsgericht Böblingen verurteilte ihn jedoch erneut.

Noch vor wenigen Tagen war von acht bekannten Rechtsextremisten unter Beschäftigten der Bundeswehr die Rede. Im Jahresbericht einer neuen Koordinierungsstelle des Verteidigungsministeriums hieß es, der MAD habe im vergangenen Jahr 14 Beschäftigte der Bundeswehr als Extremisten eingestuft. Bei den weiteren sechs Männern handelte es sich demnach um vier Islamisten und zwei Reichsbürger.

Im Januar war bekannt geworden, dass der MAD gegen rund 550 Bundeswehrsoldaten wegen des Verdachts auf Rechtsextremismus ermittelt. Darunter fielen auch die 20 Verdachtsfälle im KSK.

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RND/cz





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