Bericht: Mutmaßliche Terrorzelle plante Anschlag nach Vorbild von Christchurch

  • Zwölf Mitglieder einer mutmaßlich rechtsextremen Terrorzelle sitzen aktuell in Untersuchungshaft.
  • Neue Details zeigen Querverbindungen zu anderen rechtsextremen Gruppen und Attentätern auf.
  • Laut einem Bericht könnten die Männer zudem einen Anschlag auf eine Moschee nach dem Vorbild von “Christchurch” geplant haben.
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Berlin. Nach den Razzien in sechs Bundesländern gegen 12 mutmaßliche Rechtsextremisten werden immer mehr Details bekannt. Wie die “Bild-Zeitung” berichtet, plante die Gruppe einen Angriff auf eine Moschee in Deutschland nach dem Vorbild des verheerenden Anschlags im neuseeländischen Christchurch 2019 mit 51 Toten und 50 Verletzten.

Der Zeitung zufolge haben sich mindestens zehn der zwölf Festgenommenen am Samstag vor einer Woche im nordrhein-westfälischen Minden getroffen und darüber gesprochen, mit halb automatischen Waffen in Moscheen eindringen und Muslime töten zu wollen. Über einen eingeschleusten V-Mann hätten die Ermittlungsbehörden von den Plänen der mutmaßlichen Terrorzelle erfahren, heißt es weiter.

Wie die “Welt am Sonntag” unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet, agierte die Gruppe unter dem Namen “Der harte Kern”. Die Männer hätten unter anderem Bezüge zu der rechtsextremen Gruppierung “Soldiers of Odin” (SOO) gehabt, einer 2015 in Finnland gegründeten, rechtsextremistischen Bürgerwehr, die sich dann auch in Deutschland bildete.

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Die SOO-Mitglieder treten dem Bericht zufolge meist schwarz gekleidet auf, die Jacken ziert ein Wikingerschädel als Gruppenlogo.

Nach Informationen des “Spiegels” wurde der mutmaßliche Anführer der Gruppe von den Sicherheitsbehörden als rechtsextremer Gefährder geführt. Wie das Magazin berichtet, hatten Staatsschützer den 53-jährigen Werner S. aus dem Raum Augsburg bereits vor mehreren Monaten entsprechend eingestuft. Bundesweit zählte die Polizei demnach zuletzt 53 rechtsextreme Gefährder, denen sie schwere Gewalttaten bis hin zu Anschlägen zutraut. Ende 2016 waren es noch 22.

Halle-Attentäter hatte gleiche Waffe

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Alle zwölf am Freitag festgenommenen Männer sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) erließen im Laufe des Samstags Haftbefehle gegen vier mutmaßliche Mitglieder der Gruppe und acht mutmaßliche Unterstützer. Die Männer, allesamt deutsche Staatsangehörige, sollen Anschläge nicht nur auf Muslime, sondern auch auf Politiker und Asylsuchende ins Auge gefasst haben, um bürgerkriegsähnliche Zustände herbeizuführen.

Bei der Razzia wurden zudem Waffen gefunden, darunter eine selbst gebaute Slamgun. Auch der antisemitische Attentäter von Halle hantierte mit so einer Waffe. Zudem wurden bei den Mitgliedern der rechten Terrorzelle laut Informationen des “Kölner Stadt-Anzeiger” auch Handgranaten und verfassungswidrige NS-Symbole sichergestellt. Die mutmaßlichen Rechtsextremisten sollen sich über Messengerdienste und persönlichen Kontakt koordiniert haben.

RND/dpa/ka/cz

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