Recht auf Homeoffice: SPD weist Kritik an Heils Plänen zurück

  • Arbeitsminister Hubertus Heil will, dass Arbeitnehmer mindestens 24 Tage im Jahr mobil arbeiten können.
  • Doch seine Pläne für ein Recht auf Homeoffice lösen Kritik bei der Union, der FDP und Wirtschaftsverbänden aus.
  • Diese weist die SPD entschieden zurück.
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Berlin. Die SPD hat Kritik an dem geplanten Homeoffice-Gesetz von Arbeitsminister Hubertus Heil zurückgewiesen. “Die pauschale Kritik aus Teilen der Wirtschaft und Union geht am Alltag vieler Menschen komplett vorbei”, sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Katja Mast, der Nachrichtenagentur dpa. “Diese fast schon rituell-bockige Verweigerungshaltung nutzt niemandem.”

Mast betonte: “Es wird endlich Zeit darüber zu reden, wie das Recht auf Homeoffice Realität wird.”

Masts Parteikollege Heil will jedem Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf 24 Tage Homeoffice im Jahr sichern. Wirtschaftsverbände und auch der Koalitionspartner CDU/CSU kritisieren das Vorhaben kritisiert. Auch die FDP wies die Pläne zurück.

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Unterdessen äußerte sich Heil zuversichtlich, seine Gesetzesinitiative durch den Bundestag zu bringen. Der Entwurf sei ausgewogen und vernünftig, zudem hätten SPD und Union im Koalitionsvertrag festgelegt, mobiles Arbeiten zu fördern, sagte Heil am Montag im Deutschlandfunk. Es sei an der Zeit, für eine sich wandelnde Arbeitswelt einen modernen Ordnungsrahmen zu schaffen.

Recht auf Homeoffice: CSU-Politiker Stracke spricht von “neuem Bürokratiemonster”

Der FDP-Arbeitsmarktexperte Johannes Vogel kritisierte: “Es wird nicht klar, ob die Bürokratie abgebaut werden soll, die aktuell Unternehmen vorschreibt, heimische Schreibtische zu kontrollieren.” Zudem sei unklar, ob ein einseitiger Rechtsanspruch oder ein für alle Seiten faires Verfahren geschaffen werden solle.

Heil müsse zudem zwingend das Arbeitszeitgesetz modernisieren. "Denn mehr Freiheit, wo man arbeitet und mehr Freiheit, wann man arbeitet, gehören zusammen", sagte Vogel der dpa.

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Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der CSU im Bundestag, Stephan Stracke, nannte Heils Vorschlag “total falsch”. “Ein Rechtsanspruch auf Homeoffice ist nichts anderes als ein neues Bürokratiemonster und ein tiefer Eingriff in die Arbeitsabläufe der Unternehmen”, sagte er der “Augsburger Allgemeinen”.

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Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) sagte der “Rheinischen Post”, die Krise habe gezeigt, dass die meisten Arbeitgeber, die es können, ohnehin gerne Homeoffice anböten. “Aber wir dürfen diejenigen, die es nicht oder nur schwer können, nicht mit zusätzlichen Rechtsansprüchen und Bürokratie belasten. Viele Mittelständler kämpfen derzeit ums Überleben, und neue Auflagen sind das Letzte, was sie gebrauchen können.”

Sein CDU-Parteikollege Hermann Gröhe sagte der Zeitung: “Ich bin sehr dafür, dass wir uns auch künftig mehr mobiles Arbeiten zutrauen. Aber ich bin dagegen, dass wir die entstandene Experimentierfreude von Arbeitnehmern und Arbeitgebern durch einen Rechtsanspruch wieder gefährden.”

Viele Unternehmen würde ein Rechtsanspruch abschrecken, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag. Nicht wenige Arbeitnehmer wünschten sich zudem, wieder öfter aus dem Homeoffice zurückkehren zu können, weil sie auch Teamarbeit schätzten.

Heil will mit Homeoffice-Recht Familien unterstützen

Heil hatte am Sonntagabend die Union in die Pflicht genommen. “Der Koalitionsvertrag sagt, wir sollen mobiles Arbeiten ermöglichen und übrigens auch die Beschäftigten besser absichern”, sagte der Minister in der ZDF-Sendung “Berlin direkt”. Eine moderne Arbeitswelt benötige einen modernen Ordnungsrahmen.

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Heil betonte, dass Arbeitnehmer mit ihrem Arbeitgeber auch mehr als 24 Tage aushandeln könnten. “Ich halte das für einen vernünftigen Weg. Es geht immerhin darum, dass wir Familienfreundlichkeit fördern wollen.”

Im Juli und August nutzten Heil zufolge 14,6 Millionen Menschen die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Das sei etwa jeder dritte Beschäftigte.

RND/dpa/epd

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