Rebellen im Kongo töten Ebola-Helfer

  • Einige bewaffnete Gruppen glauben, dass Ebola nur Teil eines politischen Komplotts ist.
  • Immer wieder kommt es in der Unruheregion im Osten des Kongo zu Angriffen auf Helfer.
  • Nun ist ein Mensch gestorben.
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Bei zwei Angriffen von Rebellen im Ostkongo sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vier Ebola-Helfer getötet und fünf weitere verletzt worden. "Wir sind untröstlich, dass Menschen bei ihrem Dienst zur Rettung anderer gestorben sind", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag. Bei den Toten handle es sich um ein Mitglied eines Impfteams, zwei Fahrer und einen Polizisten, hieß es von der WHO. Örtliche Behörden machten die Rebellengruppen Mai-Mai und ADF für die Angriffe in den Orten Biakato und Mangina verantwortlich.

Es ist nicht der erste Angriff auf Mediziner und deren Helfer, die versuchen, in der Region den zweitschlimmsten Ebola-Ausbruch der Geschichte einzudämmen. Im Osten des Kongo sind mehrere Rebellengruppen aktiv und einige glauben, dass die Warnungen vor Ebola Teil eines politischen Komplotts sind.

Rebellen hätten vor Angriff Ebola-Helfer gewarnt

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Ein Behördenvertreter aus Biakato sagte der Nachrichtenagentur AP, die Rebellen hätten vor dem Angriff die Ebola-Helfer gewarnt, von dort zu verschwinden. Ansonsten müssten sie mit "dem Schlimmsten" rechnen, drohten die Rebellen demnach. Einer der Angreifer sei schließlich von Sicherheitskräften getötet worden, zwei wurden gefasst.

Laut der WHO war das Ziel des Angriffs dort ein Wohnlager, in Mangina sei ein Ebola-Koordinationszentrum angegriffen worden. Zuvor hatte der Verwaltungsleiter des Gebiets Beni, Donat Kibwana, der Nachrichtenagentur AP gesagt, der Angriff in Mangina habe nicht Ebola-Helfern gegolten.

WHO brachte 49 ihrer Angestellten in Sicherheit

Im nahe gelegenen Beni war es in den vergangenen Tagen zu Unruhen gekommen. Anwohner waren über die wiederholten Angriffe von Rebellen erbost und stürmten einen Stützpunkt der UN-Blauhelmmission. Die WHO brachte daraufhin 49 ihrer Angestellten dort in Sicherheit, 71 blieben.

Seit dem vergangenen Jahr kamen mehr als 2100 Menschen in der Region durch das tödliche Ebola-Virus ums Leben. Die WHO rief den globalen Gesundheitsnotstand aus. Zuletzt ging die Zahl der Neuinfektionen zurück. "Diese Angriffe werden es (Ebola) wieder stärken, und mehr Menschen werden deshalb sterben", sagte WHO-Chef Tedros.

RND/AP

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