Rauchen im Auto für alle verbieten!

  • Rauchen gefährdet die Gesundheit - das ist völlig unumstritten.
  • In Restaurants, Kneipen, Zügen und Flugzeugen sind Zigaretten schon längst tabu.
  • Das Rauchverbot in Autos mit Kindern oder Schwangeren geht noch nicht weit genug.
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In Österreich gilt es, in Frankreich, Griechenland, Irland, Schottland und auch in England schon seit Jahren: das Rauchverbot im Auto, wenn Kinder oder Schwangere mitfahren. In Italien kann der Verstoß sogar zwischen 500 und 5000 Euro Bußgeld kosten. Zwei Bundesländer wollen jetzt eine solche Gesetzesinitiative im Bundesrat einbringen: Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Gute Idee. Aber warum erst jetzt? Und warum nur, wenn (ungeborene) Kinder mit im Auto sind?

Rauchen schadet der Gesundheit, das weiß jedes Kind. Schon eine einzige Zigarette am Tag erhöht das Risiko, früher zu sterben als ein lebenslanger Nichtraucher. Fünf Millionen Menschen weltweit sterben jedes Jahr durch die Folgen ihres Zigarettenkonsums. Und der schadet auch Nichtrauchern: Beim Qualmen im Auto etwa ist die Giftstoffbelastung bis zu fünfmal so hoch wie in einer Raucherkneipe – selbst bei leicht geöffnetem Fenster.

Dass man Kinder diesen Giftstoffen nicht aussetzt, gebietet eigentlich der gesunde Menschenverstand. Trotzdem fährt Schätzungen zufolge jeder dritte Raucher mit Zigarette im Auto, obwohl Kinder dabei sind. Laut Deutschem Krebsforschungszentrum sind mehr als eine Millionen Kinder regelmäßig dem blauen Dunst ausgesetzt - und das nur auf Autofahrten.

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Rauchverbot schon seit 2015 im Gespräch

Dass ein Verbot nun eine solche Selbstverständlichkeit regeln soll, ist traurig genug. Überfällig ist es allemal. Diskutiert werden entsprechende Forderungen seit Jahren, passiert ist bisher nichts. 2015 sprach sich die Bundesärztekammer für das Rauchverbot mit Kindern im Auto aus, die Mediziner unterstützen damit eine Initiative der damaligen Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU). Durchgesetzt hat sie sich nicht, ein Jahr später, im Sommer 2016, appellierte Mortler an alle Eltern, auf der Fahrt in den Urlaub auf das Rauchen im Auto zu verzichten. Eine höfliche Empfehlung, für mehr reichte es bis heute nicht.

Ein Verbot muss dringend her, und zwar auf Bundesebene. Rauchen am Steuer sollte als Ordnungswidrigkeit geahndet werden, genauso wie beim Handyverbot am Steuer. Und zwar in allen Fällen. Denn Rauchen schadet jedem, nicht nur der Gesundheit von unter 18-Jährigen, denen rauchende Erwachsene zusätzlich ein schlechtes Vorbild sind. Rauchen lenkt außerdem vom Fahren ab, man denke an all die heruntergefallenen Feuerzeuge und der Asche im Schoß. Und Rauchen schadet nicht zuletzt der Umwelt: Wie viele Kippen landen am Straßenrand statt im Aschenbecher?

Häme hilft nicht

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Vom reflexartigen Regulierungsdrang spricht der deutsche Zigarettenverband, über Bevormundung und Diskriminierung schimpft die Raucherlobby. "Mein Auto ist ja wohl Privatsache", so die Reaktion, "Dann bitte auch Atmen bei Mundgeruch verbieten" und: "Gilt das Rauchverbot auch für Cabrios?". Häme allerdings hilft nicht. In Restaurants und Bars ist Rauchen verboten, in Zügen, Bahnen und Flugzeugen sowieso, auf Bahnhöfen, in öffentlichen Gebäuden, im Kino und auch in manchen Bundesligastadien. Die Gesundheit von Menschen soll damit geschützt werden. Warum dann nicht auch für Taxifahrer, Beifahrer und nicht zuletzt die Autofahrer selbst?

Schweden hat die vielleicht strengsten Raucherregeln Europas, dort dürfen Vermieter sogar das Qualmen auf dem Balkon verbieten. Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 komplett rauchfrei zu werden. 80 Prozent der Bevölkerung befürworteten die strenge Gesetzgebung. Und schon jetzt hat Schweden den geringsten Anteil an Rauchern in der EU: Neun Prozent der Schweden rauchten täglich. Tendenz sinkend.

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