Regierungssprecher Seibert über Ramelows „Merkelchen“: Das steht für sich

Regierungssprecher Steffen Seibert.

Regierungssprecher Steffen Seibert.

Berlin. Die Bundesregierung hat eine Bewertung des missglückten Auftritts von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) auf der neuen Audio-App Clubhouse abgelehnt.

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Nach Clubhouse-Fauxpas: Ramelow entschuldigt sich
19.01.2021, Th��ringen, Erfurt: Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpr��sident von Th��ringen, gibt nach den Beratungen von Bund und L��ndern ��ber weitere Corona-Ma��nahmenein ein Statement ab. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Hype um Clubhouse in Deutschland ist noch jung, doch Bodo Ramelow fliegen seine Plaudereien nun um die Ohren.

„Das steht für sich und bedarf keines weiteren Kommentars“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Ramelow hatte in einer Talkrunde der App erzählt, dass er bei den stundenlangen Bund-Länder-Treffen zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie bisweilen auf dem Smartphone „Candy Crush“ spiele. Zudem bezeichnete er Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dort als „Merkelchen“, wofür er sich inzwischen entschuldigt hat.

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Seibert sagte in der Bundespressekonferenz zu Clubhouse, wahrscheinlich würden viele Politiker, Journalisten und an der öffentlichen Kommunikation Beteiligte die App gerade ausprobieren. „Es gibt erste Erfahrungen, ich habe persönlich keine.“

Laschet versichert: Spiele in Konferenzen keine Spiele

Der CDU-Vorsitzende und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet versicherte nach den Sitzungen von Präsidium und Vorstand seiner Partei in Berlin, er spiele keine Computerspiele während der Ministerpräsidentenkonferenzen, weil es dort um sehr wichtige Fragen gehe.

„Wir entscheiden da immerhin über fundamentale Grundrechtseingriffe. Wir entscheiden in Abwägung über Schäden bei Schule, bei Bildung, bei Wirtschaft. Und da muss man schon konzentriert beteiligt sein.“

Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat Ramelow vorgeworfen, mit seinen Äußerungen zum Ablauf der Corona-Krisensitzungen von Bund und Ländern das Vertrauen in die Politik zu beschädigen. Was so eine Äußerungen angesichts der dramatischen Situation vieler Menschen alles kaputt machen könne, sei „einfach wahnsinnig heftig“, sagte Baerbock.

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„Deswegen kann ich nur hoffen, dass das ein Scherz war. Oder wenn es keiner war, erklärt es dann vielleicht auch, warum manche Beschlüsse auf so einer MPK einfach mit der Realität nichts zu tun haben.“

Grünen-Chefin Baerbock appelliert an Verantwortung

Baerbock betonte, dass die Politik sich immer wieder vor Augen führen müsse, welche Verantwortung sie in der Pandemie trage, „und wie wahnsinnig wichtig es ist, dass das Vertrauen in politische gemeinsame Entscheidungen auch weiterhin bestehen kann“. Damit müsse man sehr sorgsam umgehen.

RND/cle/dpa

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