Ramelow: Bei sofortigen Neuwahlen droht monatelanger Stillstand

  • Die Thüringer Linke um Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow ist nach wie vor gegen sofortige Neuwahlen.
  • Ramelow warnt vor monatelangem Stillstand in Thüringen.
  • Und der Kampf von FDP, CDU und AfD gegen ein Gesetz von Rot-Rot-Grün sorge für zusätzliche Unsicherheit.
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Erfurt. Thüringens früherer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat vor monatelangem Stillstand im Falle einer sofortigen Neuwahl gewarnt. Wer jetzt mit einem geschäftsführenden Ministerpräsidenten eine Landtagswahl vorbereite und damit 70 Tage in Kauf nehme, in denen es keine Landesregierung gebe, handele staatspolitisch verantwortungslos, sagte Ramelow nach einer Sitzung der Thüringer Linke-Fraktion am Montag in Erfurt. Der 63-Jährige betonte, dass eine Neuwahl zum jetzigen Zeitpunkt bereits "den Keim der Niederlage, nämlich der Nichtigkeit" in sich trage.

Hintergrund ist laut Ramelow ein Antrag der FDP-Fraktion aus der Zeit vor der Wahl Thomas Kemmerichs zum Thüringer Ministerpräsidenten, das von Linken, SPD und Grünen einst beschlossene Paritätsgesetz wieder rückgängig zu machen. Das Paritätsgesetz sieht vor, dass die Landeslisten der Parteien für eine Landtagswahl abwechselnd mit Männern und Frauen besetzt werden müssen.

CDU und AfD klagen gegen Paritätsgesetz

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"Das Gesetz ist beklagt von der CDU und der AfD, der Verfassungsgerichtshof möchte dazu im Frühjahr eine Verhandlung führen", sagte Ramelow. Wenn eine Aufhebung im Raum stehe, werde das Gericht keine Entscheidung treffen. "Das bedeutet, in dieser Phase wird keine Partei in Thüringen eine rechtssichere Voraussetzung haben, wie sie eine Landesliste aufstellt", betonte Ramelow.

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Auch ein möglicher Antrag auf Nichtigkeit der Landtagswahl würde dann bedeuten, dass es monatelang keine Landesregierung geben könne. "Und dann können wir in die gefährliche Ecke kommen, dass wir bis zum Ende des Jahres keine Haushaltsgrundlage haben und die kommunale Finanzlage in eine extreme Schieflage gerät", sagte Ramelow.

RND/dpa

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