Trotz Ramadan: Moscheen bleiben bis Anfang Mai geschlossen

  • Der Koordinierungsrat der Muslime beschließt: keine Gottesdienste im April.
  • Die Gesundheit gehe angesichts der Corona-Krise vor.
  • Gläubige müssten einem “schwierigen Ramadan” ins Auge sehen.
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Berlin. Der Koordinierungsrat der Muslime (KRM) will trotz des beginnenden Ramadan die Moscheen mindestens bis Ende April geschlossen halten. Nach dem Spitzentreffen von Bund und Ländern am 30. April solle es eine Neubewertung geben. “Ob und in welchem Umfang es danach Gottesdienste gibt, ist aus heutiger Zeit nicht abzuschätzen”, heißt es in dem Beschluss des Rates, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Dem KRM gehören die vier größten islamischen Organisationen in Deutschland an.

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“Wir stellen bei allen Sehnsüchten nach Gottesdiensten im Ramadan den Schutz und die Gesundheit jedes Einzelnen ins Zentrum der Abwägung”, heißt es in dem Beschluss weiter.

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Mehrere Bundesländer hatten eine Öffnung von Gotteshäusern im Mai angekündigt.

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Der Zentralrat der Muslime in Deutschland, der auch Mitglied im KRM ist, stimmt die Gläubigen auf einen schwierigen Fastenmonat ein: “In diesem Ramadan wird Vieles anders sein”, erklärte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek in einer Grußbotschaft. “So sehr uns jeder Tag ohne den Gang zur Moschee schmerzt, ist jeder dieser Tage gleichsam ein gewonnener Tag im Kampf gegen die Ausbreitung der durch das Coronavirus verursachten lebensbedrohlichen Krankheit.”

In dieser Zeit würden die Wohnungen “zu den Orten der Anbetung, zu Orten des Lernens und zu den Orten der Begegnung mit Allah” werden. Der Fastenmonat Ramadan beginnt am Freitag (24. April) und endet am 23. Mai.

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Viele Moscheen stünden derzeit auch vor großen finanziellen Schwierigkeiten, weil sie stets von Spendensammlungen zum Freitagsgebet und vor allem auch im Ramadan existiert haben, hieß es weiter.


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