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“Rage”: Die denkwürdigsten Zitate Trumps aus dem Woodward-Buch

  • In einem seiner Interviews mit dem Reporter Bob Woodward hat US-Präsident Donald Trump zugegeben, die amerikanische Öffentlichkeit über die Gefahr von Corona belogen zu haben.
  • Längst nicht die einzige bemerkenswerte Aussage Trumps in dem nun veröffentlichten Buch "Rage".
  • Er plaudert auch über “geheime neue Waffensysteme” und bekundet seine Bewunderung für Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.
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Washington. Acht Wochen vor der amerikanischen Präsidentenwahl veröffentlicht US-Reporterlegende Bob Woodward ein Buch mit Interviews, die er mit Präsident Donald Trump geführt hat. Trumps Äußerungen über die ihm frühzeitig bekannte Bedrohung durch das neue Coronavirus erregten weltweit Aufsehen. Doch die Interviewsammlung mit dem Titel “Rage” (“Zorn”) enthält noch mehr denkwürdige Ausführungen Trumps, etwa zum nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un, den Protesten gegen Rassismus, eine mysteriöse neue Waffe sowie Äußerungen ehemaliger Regierungsmitglieder.

Trump über Nordkoreas Kim Jong Un

Trump sei bei seinem ersten Treffen mit Kim in Singapur 2018 sehr beeindruckt von dem nordkoreanischen Machthaber gewesen, schreibt Woodward. Für Trump sei Kim "mehr als schlau" - er "erzählt mir alles", sagte der Präsident. So habe Kim ihm detailliert geschildert, wie er seinen Onkel umbringen ließ.

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Als er in die Verhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm ging, verwarf Trump die Einschätzung des Geheimdienstes CIA, dass Kim niemals seine Atomwaffen aufgeben werde. Trump sagte, die CIA habe "keine Ahnung", wie mit Pjöngjang umzugehen sei.

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Kritik an seinen drei Treffen mit Kim wies er zurück und behauptete, die letztlich wenig ergiebigen Gipfel seien keine große Sache gewesen. Ein Kritikpunkt an den Begegnungen war, dass Trump Kim damit aufgewertet und internationales Ansehen verschafft habe. Woodward zitiert Trump: “Es hat mich zwei Tage gekostet. Ich traf ihn. Ich habe nichts aufgegeben.” Kims Festhalten an seinem Atomarsenal verglich er mit einem Hausbesitzer, der so sehr an seinem Haus hänge, “dass er es einfach nicht verkaufen kann.”

Kim seinerseits habe Trump geschmeichelt, ihn in einem Brief "Eure Exzellenz" genannt und geschrieben, dass er glaube, die "tiefe und besondere Freundschaft zwischen uns wird als eine magische Kraft wirken".

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Trump über Proteste nach Tod von George Floyd

Woodward sprach Trump auch auf die Proteste und Unruhen nach dem Tod des Schwarzen George Floyd an, der am 25. Mai erstickte, als ein weißer Polizist über acht Minuten sein Knie auf den Hals drückte. Im Juni ließ sich Trump von Sicherheitskräften einen Weg durch Demonstranten vorm Weißen Haus zum Lafayette Square bahnen, wo er vor einer Kirche eine Bibel hochhielt. Trump rief danach Woodward an und erklärte ihm, wie sehr er für “Law and Order” (“Recht und Ordnung”) sei.

"Wir werden das Militär/Nationalgarde zu einigen dieser armseligen Bastarde schicken, die nicht wissen, was sie tun, diese armseligen radikalen Linken" sagte Trump Woodward, der das aufnahm. Später im Juni fragte der Reporter den Präsidenten, ob er, als weißer Mann, nicht die Verpflichtung hätte, "die Wut und den Schmerz" besser zu verstehen, die schwarze Amerikaner empfänden.

"Nein", antwortete Trump. "Überhaupt nicht."

Als Woodward Trump auf Diskriminierung und Ungleichheiten ansprach, denen Afroamerikaner seit Jahren in den USA ausgesetzt seien, verwies der Präsident auf eine niedrige Arbeitslosenrate bei schwarzen Amerikanern vor der Corona-Pandemie. Am 22. Juni fragte der Reporter Trump direkt, ob es systemischen Rassismus in den USA gebe.

"Nun, ich denke, das ist überall", antwortete Trump. "Ich denke, vielleicht weniger hier als an den meisten anderen Orten. Oder weniger hier als an vielen Orten." Ob denn Rassismus hier in den Vereinigten Staaten sei und sich auf das Leben der Menschen auswirke, hakte Woodward nach. Die Antwort: "Ich denke ja. Und das ist unglücklich. Aber ich denke, ja."

Trump über neue Waffensysteme

In Diskussionen mit Woodward über zunehmende Spannungen zwischen den USA und Nordkorea 2017 sagte Trump: "Ich habe eine Nuklear- ein Waffensystem geschaffen, das niemand in diesem Land zuvor hatte. Wir haben Sachen, von denen Sie noch nichts gesehen und gehört haben. Wir haben Sachen, von denen (der russische Präsident Wladimir) Putin und (der chinesische Präsident) Xi (Jinping) noch nie gehört haben ... Was wir haben, ist unglaublich."

Woodward schreibt, er habe Quellen, die ihm bestätigt hätten, dass es ein "geheimes neues Waffensystem" gebe. Seine Gewährsleute seien überrascht gewesen, dass Trump darüber gesprochen habe.

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Trumps Nationaler Sicherheitsberater Robert O'Brien sagte am Mittwoch im Fernsehsender Fox News, Trump habe nicht von einem speziellen Waffensystem gesprochen. "Wir sind immer in der Spitzenposition und wir haben immer etwas, von dem unsere Gegner nichts wissen", erklärte er.

Trump über frühere Mitglieder seiner Regierung

Woodward zitiert auch Gespräche ehemaliger Regierungsmitglieder, insbesondere von Ex-Verteidigungsminister James Mattis und Ex-Geheimdienstdirektor Dan Coats.

Mattis habe Coats einmal gesagt: “Es könnte eine Zeit kommen, in der wir kollektiv vorgehen müssen” - weil Trump gefährlich und als Präsident nicht geeignet sei. “Der Präsident hat keinen moralischen Kompass.” Coats habe geantwortet. “Stimmt. Für ihn ist eine Lüge nicht eine Lüge. Es ist das, was er denkt. Er kennt nicht den Unterschied zwischen Wahrheit und Lüge.”

RND/AP

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