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„Querdenker“-Demo: November ist Erntezeit des Hasses

Ein Teilnehmer einer Corona-Demonstration hält ein Schild mit einem Coronavirus-Symbol, auf dem „1. Welle? 2. Welle? Dauerwelle? Achtung, Demowelle“ steht.

Berlin.Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow fand ein Grablicht vor seinem Haus – mit einem Flugblatt, das für eine Demonstration von Gegnern der Corona-Maßnahmen warb. Die Demoaufrufe der „Querdenken“-Szene sind voller wohlklingender Worte wie „Frieden“, „Freiheit“ und „Liebe“, doch dahinter lauern kaum versteckte Aufrufe zu Gewalt, Widerstand und Aggression. Am Samstag mobilisiert die Szene bundesweit nach Leipzig, 20.000 Teilnehmer werden erwartet. Fast 20.000 Menschen, das ist nur eine zufällige Übereinstimmung der Zahlen, infizieren sich zurzeit täglich mit dem Coronavirus in Deutschland. In unseren Nachbarländern sind es weit mehr, das Gesundheitssystem dort steht bereits vor dem Kollaps, den wir hier noch verhindern wollen. Das ist den anderen 20.000 aber egal, die aus Süddeutschland und anderswo nach Leipzig strömen.

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Hunderte Festnahmen nach Demo in Berlin

Es habe "heftige gewalttätige Auseinandersetzungen" gegeben, sagte Innensenator Andreas Geisel.

Ausgerechnet Leipzig. Ausgerechnet dieses Pulverfass, in dem es schon bei nichtigsten Anlässen zwischen Linksradikalen und Polizei knallt. Wo sächsische Neonazis und Hooligans aus dem Umland von einem zweiten „Sturm auf Connewitz“, das linke Biotop, träumen. Entsprechend aggressiv sind Aufrufe und Gegenaufrufe gehalten, entsprechend groß die Sorgen bei den Sicherheitsbehörden.

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Aber größere Sorgen muss die Radikalisierung der Szene selbst machen. Die sich stetig weiter aufheizenden Verschwörungserzählungen, das Gerede vom „Widerstand“, der nicht beim zivilen Ungehorsam stehen bleibt, die in Telegram-Gruppen kursierenden Bombenbauanleitungen – hier dreht sich eine Eskalationsspirale in Echtzeit zu. „Es wird zu Hasstaten kommen“, warnt der Bielefelder Gewaltforscher Andreas Zick.

Der Corona-November ist Erntezeit für die neuen Hassprediger: Die zweite Schließungswelle, die willkürliche Auswahl der betroffenen Einrichtungen, all das kann mehr Betroffene auf die Straße treiben. Sie sollten ihren Protest weise wählen – und weise heißt: nicht an der Seite von Neonazis und Verschwörungserzählern, denen jede Eskalation recht ist.

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