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Grablicht vor dem Haus – Ramelow wird von Querdenkern bedroht und lässt Anzeige prüfen

  • In einer Chatgruppe von Gegnern der Corona-Bekämpfungspolitik wird die Privatadresse von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow veröffentlicht.
  • Unbekannte stellen ihm ein Grablicht vors Haus – und eine Ankündigung zur Querdenken-Demo in Leipzig.
  • Ramelow prüft eine Anzeige.
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Erfurt. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) lässt eine Anzeige prüfen, weil Unbekannte eine Grabkerze und einen Aufruf zu einer Demonstration der Bewegung Querdenken vor sein Wohnhaus gelegt haben.

Zuvor sei seine Wohnadresse in einer Querdenken-Gruppe beim Messengerdienst Telegram verbreitet worden, sagte Ramelow am Donnerstag in Erfurt. Darin sei auch dazu aufgerufen worden, ihm Dinge vor die Haustür zu stellen. Die Querdenken-Bewegung protestiert seit Monaten gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

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„Ja, ich fühle mich auch bedroht“, sagte Ramelow. Der Vorfall mache ihn außerdem traurig, weil in dem Mehrfamilienhaus auch eine Familie mit kleinen Kindern wohne. „Jetzt lernen wir, dass die Privatsphäre von politisch Verantwortlichen nicht mehr geachtet wird.“

Sein Name stehe nicht an dem Wohnhaus. Seiner Ansicht nach wolle Querdenken Angst machen, sagte Ramelow.

Die Polizei ermittelt inzwischen wegen des Verdachts einer Bedrohung. Ein Sprecher sagte, es sei von Amts wegen Anzeige erstattet worden. Ein “Tagesspiegel”-Journalist hatte bereits am Mittwochabend beim Kurznachrichtendienst Twitter auf den Telegram-Chat hingewiesen.

“Querdenken”-Initiator Michael Ballweg distanzierte sich von dem Chat bei Telegram. Dies sei keine offizielle Austauschgruppe der Initiative gewesen. Die Aktion stehe den Zielen der Initiative entgegen. “Mit solchen Mitteln erreicht man nur das Gegenteil”, sagte Ballweg. In einer Telegram-Chatgruppe mit der Bezeichnung “Austausch - Querdenken (361 - ERFURT)” hatte jemand geschrieben, Ramelow sei als Bettvorleger von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnet worden. “Wir sollten Ramelow immer mal einen Bettvorleger vor seine Haustür legen.”

Dazu bemerkte Ramelow am Donnerstag: “Jetzt lernen wir, dass die Privatsphäre von politisch Verantwortlichen nicht mehr geachtet wird.” Sein Name stehe nicht an dem Wohnhaus. Seiner Ansicht nach wolle “Querdenken” Angst machen. Er finde das “unerträglich”. “Mit dem Hinweis einer Grableuchte, die mir heute Nacht hingestellt worden ist, weiß ich, wie freisinnig diese Menschen sind und wie sie den Begriff der Freiheit verstehen, indem sie politisch Verantwortliche und ihre Familien einschüchtern.”.

RND/dpa/jps

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