• Startseite
  • Politik
  • „Querdenken“ in Hannover und Dresden: weniger Teilnehmer als erwartet

„Querdenken“ in Hannover und Dresden: weniger Teilnehmer als erwartet

  • In Hannover und Dresden sind Mitglieder der „Querdenken“-Bewegung auf die Straße gegangen.
  • Sie haben gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert.
  • Doch die Teilnehmerzahl blieb in beiden Städten hinter den Ankündigungen zurück.
Anzeige
Anzeige

Hannover. Bei der Demonstration von Mitgliedern der „Querdenken“-Bewegung hat die Polizei am Samstagnachmittag in Hannover einige Verstöße gegen Corona-Schutzregeln festgestellt. Bisher sei es während einer Kundgebung am Waterlooplatz insgesamt verhältnismäßig ruhig geblieben, berichtete eine Beamtin. „Aber an die Auflagen wurde sich von manchen nur bedingt gehalten.“

So habe man zwei Personen der Bühne verwiesen, aus der Zuhörerschaft habe es nach Kontrollen dann Proteste gegeben. Einen weiteren Demonstranten hätten die Kollegen „mit unmittelbarem Zwang“ ausschließen müssen, schrieb die Polizei auf Twitter. Laut Augenzeugen wurden mehrere Personen abgeführt. Im Netz kursierten ausgewählte Bilder, die nur vergleichsweise wenige Menschen zeigten.

Anzeige

Rund 160 „Querdenken“-Teilnehmer demonstrieren in Hannover

Die Ordnungskräfte hatten mit einer Teilnehmerzahl im unteren vierstelligen Bereich gerechnet. Doch am Nachmittag haben rund 160 Gegner der Corona-Maßnahmen demonstriert, berichtete Hannoversche Allgemeine Zeitung. Demnach war am Sonntagabend der Gründer der „Querdenker“-Bewegung, Michael Ballweg, zum ersten Mal als Redner in Hannover vertreten. Er habe in Hannover zwei neue große Demonstrationen für August in Berlin angekündigt und die Anhänger zur Geschlossenheit aufgerufen: „Wir sitzen im Auge des Sturms und freuen uns auf das, was kommt“, sagte Ballweg laut Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

Video
Delta-Mutation in Großbritannien: Kein EM-Finale in Wembley?
1:11 min
Rund um die Final-Spiele der Euro 2020 im Londoner Wembley-Stadion ist eine coronabedingte heftige Diskussion entbrannt.  © Reuters

Die Polizei wollte die Versammlung eng begleiten, zumal im Zentrum Hannovers am Samstag weitere Veranstaltungen liefen. Für Medienvertreter war eine gesonderte Schutzzone eingerichtet worden.

Anzeige

Der niedersächsische Verfassungsschutz hatte Teile der „Querdenken“-Bewegung im Mai zunächst für zwei Jahre zum Verdachtsobjekt bestimmt. Aufgrund ihrer Merkmale sei sie für rechtsextremistische Organisationen anschlussfähig und weise teilweise Züge verfassungsfeindlichen Denkens auf, heißt es im jüngsten Verfassungsschutzbericht. Immer wieder kam es bei den Demonstrationen auch zu Übergriffen etwa auf Journalisten.

„Jana aus Kassel“ hatte vergangenen Herbst in Hannover für Aufsehen gesorgt

Anzeige

Im vergangenen Herbst hatte der Auftritt einer jungen Frau auf einer Rednerbühne in Hannover für Aufsehen gesorgt. „Jana aus Kassel“ hatte dabei Parallelen zwischen sich und der von den Nazis hingerichteten Widerstandskämpferin Sophie Scholl gezogen. Sowohl im Netz als auch in der Politik schlug dies hohe Wellen und löste heftige Kritik aus.

Die Pandemie und wir In unserem Newsletter ordnen wir die Nachrichten der Woche, erklären die Wissenschaft und geben Tipps für das Leben in der Krise – jeden Donnerstag.

Am Georgsplatz im Stadtzentrum wollte am Samstag die neue Partei des Autors, Friedensaktivisten und früheren Unions-Bundestagsabgeordneten Jürgen Todenhöfer eine Kundgebung abhalten. Dieser hatte angekündigt, zentrale Punkte des Programms und Wahlkampfes seiner „Gerechtigkeitspartei“ zu erläutern. Die Polizei erklärte, wegen verschiedener zusätzlicher Demos und Veranstaltungen könne es bis zum Abend an mehreren Stellen zu Verkehrsbehinderungen kommen.

100 Teilnehmer bei „Querdenken“ in Dresden

An einer Demonstration des Dresdner Ablegers der „Querdenken“-Bewegung haben sich am Samstag laut Polizei rund 100 Menschen beteiligt. „Querdenken 351“ hatte die Versammlung als „Großdemo“ angekündigt. Nach einer Kundgebung auf dem Altmarkt in der Landeshauptstadt wollten die Teilnehmer ungefähr fünf Kilometer durch Dresden ziehen.

Die Demonstration richtete sich gegen die Corona-Politik. Ein Polizeisprecher sagte, dass es zunächst bis auf einen Verstoß gegen die Corona-Schutz-Verordnung keine Auffälligkeiten gegeben habe.

RND/af/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen