• Startseite
  • Politik
  • Querdenken-Demo in Leipzig: Stadt beendet Kundgebung - massenhaft Verstöße gegen Maskenpflicht und Abstandsregeln

„Querdenken“ in Leipzig: Demonstrierende überrennen Polizei

  • Mehrere Tausend Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet demonstrieren in Leipzig gegen die Corona-Maßnahmen.
  • An die Auflagen hält sich kaum jemand, daher hat die Stadt jetzt die Kundgebung aufgelöst.
  • Hunderte Rechtsextreme sind unter den Demonstrierenden.
Anzeige
Anzeige

Tausende Demonstranten haben sich in Leipzig der Auflösung einer “Querdenken”-Demonstration widersetzt. Sie marschierten am Samstagabend auf dem Innenstadtring. Wenige Polizisten begleiteten den Zug. Einige der Demonstranten skandierten “Frieden Freiheit, keine Diktatur” und “Merkel muss weg”.

Die Stadt Leipzig als Versammlungsbehörde hatte wegen massenhafter Verstöße gegen Abstandsregeln und Maskenpflicht die “Querdenken”-Kundgebung in der Leipziger Innenstadt gegen die Corona-Maßnahmen nach mehreren Stunden aufgelöst. Viele der rund 20.000 Teilnehmer reagierten mit Pfiffen. Sie versuchten anschließend, einen Demonstrationszug zu starten. Die wenigsten Teilnehmer trugen eine Maske oder konnten den Mindestabstand von eineinhalb Metern einhalten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Innenminister Wöller: “Versammlung auf dem Augustusplatz war unverantwortlich”

Sachsen Innenminister Roland Wöller (CDU) hat am Samstagabend den Leipzig-Beschluss des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Bautzen scharf kritisiert. “Es ist unverantwortlich, eine solche Versammlung mit 16.000 Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie in der Leipziger Innenstadt zu zulassen”, sagte er gegenüber der Leipziger Volkszeitung. Das OVG hatte in einem Beschluss vom Morgen die Kundgebung doch noch auf dem Augustusplatz zugelassen.

Für Wöller war nach der Entscheidung aus Bautzen klar: “Die Einhaltung von Infektionsschutzauflagen war so von vornherein unmöglich”, betonte der Minister. Er sollte Recht behalten. Allein der der Mindestabstand von anderthalb Metern zur nächsten Person wurde von den Demonstrationsteilnehmern ständig unterlaufen.

Anzeige

45.000 Demonstranten in der City

Die aus Bautzen erlaubte Zahl von 16.000 Teilnehmern wurde kräftig überschritten. Die Leipziger Forschungsgruppe “Durchgezählt” der Universität sprach am Abend von 45.000 Demonstranten auf dem Augustusplatz und seinem unmittelbaren Umfeld wie dem Ring und der Goethestraße. Maske trug kaum einer der Querdenken-Anhänger. “Es war daher richtig, angesichts der offensichtlichen Verstöße, die Versammlung aufzulösen”, erklärte der Innenminister.

Anzeige

Wöller wird nach der Demonstration von seinen Koalitionspartnern heftig kritisiert. “Der Staat hat sich in Leipzig heute am Nasenring durch die Manege führen lassen”, beklagte Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). “Der Freistaat hat sich mit Ansage vorführen lassen” schäumte Umweltminister Wolfram Günther (Grüne), ebenfalls Vize-Regierungschef. Die sächsischen Grünen forderten auf Twitter den Rücktritt Wöllers. Er sei durch sein “Nichthandeln nicht mehr tragbar”.


Der Platz zwischen Gewandhaus und der Leipziger Oper war dicht gefüllt, in der Innenstadt sind noch bis zu 10.000 weitere Teilnehmer unterwegs. „Die Kontrolle ist für uns fast unmöglich“, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Leipzig, Olaf Hoppe.

Video
Tausende "Querdenker" in Leipzig demonstrieren gegen Corona-Maßnahmen
1:31 min
Am Samstag versammelte sich die "Querdenken"-Bewegung in Leipzig. Es kam zu Auseinandersetzungen mit Gegendemonstrierenden.  © Reuters




RND/LVZ/jps


“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen