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Quasilockdown für Ungeimpfte: Sachsen beschließt flächendeckende 2G-Regel

  • Sachsen verschärft seine Schutzmaßnahmen.
  • Angesicht stark steigender Corona-Zahlen sollen künftig nur noch Geimpfte und Genesene die Innenbereiche von Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie in der Gastronomie besuchen dürfen.
  • Ein negativer Schnelltest reicht künftig auch nicht mehr für Stadionbesucher.
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Dresden/Hannover. Angesichts stark steigender Corona-Zahlen in Sachsen will die Landesregierung die Schutzmaßnahmen deutlich verschärfen. Künftig sollen nur noch Geimpfte und Genesene die Innenbereiche von Kultur- und Freizeiteinrichtungen, in der Gastronomie, in Bars, Clubs, Diskotheken besuchen können. Auch bei Großveranstaltungen soll das 2G-Konzept angewendet werden – draußen und drinnen. In die Regelung fallen damit auch Fußballspiele. Im öffentlichen Nahverkehr werden zudem FFP-2-Masken Pflicht.

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Das sehen Eckpunkte der neuen Schutzverordnung vor, über die das Kabinett am Dienstag beriet. Nach einer verkürzten Anhörungsphase will das Kabinett am Freitag endgültig entscheiden. Die neue Verordnung soll am kommenden Montag in Kraft treten. Es gehe um eine „Prävention in der Pandemie“, erklärte Dagmar Neukirch, Staatssekretärin im Sozialministerium. Andernfalls müsste man bei einer Überlastung der Krankenhäuser den Notstand ausrufen.

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Bereits vergangene Woche sprach sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) für verschärfte Schutzmaßnahmen aus. „2G ist jetzt ein zwingendes Muss. Die Infektionen bei den ungeimpften Menschen bestimmen diese vierte Welle“, sagte er am vergangenen Mittwoch.

Am Montag legte Kretschmer, der wegen eines Corona-Falls in der Familie in Quarantäne ist, nach. „Die pandemische Lage ist nicht beendet – im Gegenteil, sie ist von großer Gefährlichkeit“, zitierte ihn die „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ). Um noch härtere Maßnahmen abwenden zu können, brauche es ein „klares Signal“.

Sachsen mit zweithöchster Inzidenz in Deutschland

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Das Corona-Infektionsgeschehen in Sachsen hat sich ganz leicht entspannt. Das Robert Koch-Institut (RKI) wies am Dienstag für den Freistaat eine Sieben-Tages-Inzidenz von 284,4 aus. Das war zwar nach Thüringen der zweithöchste Wert aller Bundesländer. Am Montag hatte die Inzidenz aber noch bei 291,6 gelegen. Der Wert gibt an, wie viele neue Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche gemeldet wurden. Bundesweit sank er auf 153,7 – es wurden jedoch fast 11.000 neue Corona-Fälle gemeldet.

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Negativspitzenreiter unter den 13 sächsischen Regionen ist weiterhin der Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit einem Wert von 465,8- gefolgt vom Landkreis Meißen mit einer Inzidenz von 411. Den mit Abstand niedrigsten Wert weist die Stadt Leipzig aus. Doch auch dort stieg die Inzidenz von 140,8 am Montag auf 141,1 am Dienstag. Laut RKI wurden zehn neue Todesfälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind in Sachsen 10.344 Menschen im Zusammenhang mit Corona gestorben.

RND/jst/dpa

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