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Quarantäneregeln an Schulen: Spahn und Karliczek dringen auf bundesweite Einheitlichkeit

  • Die Gesundheitsminister der Länder beraten am Montagnachmittag über die Quarantäneregeln an Schulen.
  • Spahn und Karliczek pochen auf bundesweit einheitliche Maßnahmen.
  • Auch Lehrerverbände und Eltern wollen ein Ende des Flickenteppichs.
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Berlin. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) dringen auf bundesweite Einheitlichkeit, was die Schul-Quarantäneregeln der Länder angeht. „Es geht darum, die richtige Balance zu finden zwischen Alltagstauglichkeit im Schulbetrieb und einem guten Schutz für die Kinder und Jugendlichen in den Schulen – idealerweise auch bundesweit einheitlich“, sagte Spahn am Montag in Berlin.

Der Bundesminister sprach sich dabei für eine Verkürzung der Quarantäne auf fünf Tage aus: „14 Tage sind natürlich eine lange Zeit, insbesondere wenn es um Kita und Schule geht.“ Dem Minister zufolge sei eine Freitestung nach fünftägiger Quarantäne für die umsitzenden Klassenkameraden der alltagstauglichere Weg. Voraussetzung sei aber ein Hygienekonzept inklusive Maskenpflicht.

Karliczek stimmt Spahn zu

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Zustimmung kam von Kabinettskollegin Karliczek. „Unter Akzeptanzgesichtspunkten ist es wichtig, dass es im Großen und Ganzen eine gemeinsame Linie der Länder gibt“, sagte sie. Auch wenn das einzelne Gesundheitsamt vor Ort entscheiden müsse, wie es zu der Infektion gekommen sei. Karliczek zufolge soll Präsenzunterricht dauerhaft möglich bleiben.

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Mit Blick auf die Beratungen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern am späten Montagnachmittag, bei denen es um die Quarantäneregeln an Schulen ging, plädierte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ebenfalls für eine Fünf-Tage-Frist. So komme es zu weniger Schulausfall, sagte Lauterbach dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Wenn ein Kind positiv ist, muss es in Quarantäne. Alle Kinder der Schulklasse machen fünf Tage lang morgens einen Antigentest. Kinder, die positiv sind, gehen nach Hause“, schlug er vor.

Elternvertreter fordern Limitierung der Quarantäne

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Eine Limitierung der Quarantänedauer fordern auch die Elternvertreter. „Die Quarantäne ist auf das Minimum zu begrenzen“, forderte Bundeselternrat-Vorstandsmitglied Ines Weber gegenüber dem RND. In manchen Bundesländern gilt noch immer eine 14-tägige Quarantänepflicht, die Regeln sind sogar von Stadt zu Stadt unterschiedlich.

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Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist dieser Flickenteppich nicht akzeptabel. „Die GEW wünscht sich einheitliche Quarantäneregelungen bundesweit“, teilte Schulbeauftragte Anja Bensinger-Stolze auf RND-Anfrage mit. „Das würde Schüler und Schülerinnen, Eltern und Schulbeschäftigten Sicherheit geben.“

Kritik kommt vom Verband Bildung und Erziehung

Kritik kommt auch vom Verband Bildung und Erziehung. „Ein großes Problem für Schulen ist, dass die Gesundheitsämter alle unterschiedlich verfahren“, sagte der Bundesvorsitzende Udo Beckmann. „Das können die Menschen nicht nachvollziehen und führt zu einer zusätzlichen Belastung für die Schulen. Wir erwarten deshalb, dass klare Regelungen aufgestellt werden.“ Es brauche für alle nachvollziehbare Vorgaben, wie in bestimmten Situationen zu verfahren sei.

Beckmann zufolge sollte der für die Situation vor Ort richtige Weg bestimmt werden. „Dabei könnte einbezogen werden, ob durchgängig Masken getragen wurden, ob in Gruppen gearbeitet wurde, inwieweit Sport- oder Musikunterricht stattfand und ob ausreichend gelüftet wurde.“

Ministerien fordern Entwicklung von Medikamenten

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Das Bundesgesundheits- und das Forschungsministerium gaben am Montag zudem bekannt, dass sie sechs Unternehmen, die an der Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 arbeiten, mit 150 Millionen Euro fördern. Es gehe um die Erforschung und Entwicklung antiviraler Medikamente, die das Eindringen des Virus in die Zellen verhindern, zudem um Arzneimittel, die einen schützenden Einfluss auf die Lungenfunktion hätten oder auch um Medikamente, die überschießende Immunreaktionen dämpften.

„Selbst bei flächendeckender Verfügbarkeit von Covid-19-Impfstoffen werden nicht alle Menschen eine Impfung erhalten können“, sagte Karliczek. „Daher werden weitere wirksame Arzneimittel gebraucht, um Erkrankte zu behandeln.“

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