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DFB und Qatar Airways: Sponsoring­millionen statt Menschenrechte?

  • Die DFB-Nationalelf zeigte sich während der Europa­meisterschaft als Kraft des gesellschaftlichen Fortschritts.
  • Der Fußballbund positioniert sich gegen Homophobie und für Menschenrechte.
  • Welch ein Hohn, dass der Verband nun offenbar mit Katars staatlicher Airline über ein Sponsoring verhandelt, kommentiert Felix Huesmann.
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Wenn das Finanzielle stimmt, treten die Menschenrechte auch für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) offenbar schnell in den Hintergrund. Dass es im Weltfußball vor allem ums Geld geht, ist keine neue Erkenntnis. Europa- und Weltmeisterschaften sind ein Riesengeschäft.

Während der Europa­meisterschaft hat der DFB jedoch viel dafür getan, sich als Kraft des gesellschaftlichen Fortschritts zu positionieren: Die Mannschaft kniete gegen Rassismus, Manuel Neuer bezog mit seiner Regenbogen­kapitänsbinde Stellung gegen Homophobie. Und auch der Verband selbst setzte ein Zeichen und färbte etwa sein Logo in den Farben der LGBT-Gemeinschaft ein.

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Das Engagement des DFB gegen Homo- und Transphobie ist gut und wichtig. Doch wie glaubwürdig bleibt der Verband, wenn es ums Geld geht?

Wie mehrere Medien jüngst berichteten, verhandelt der Fußballbund ausgerechnet mit Qatar Airways über ein lukratives Sponsoring. Statt mit der Lufthansa könnte er künftig mit der staatlichen Fluggesellschaft eines Landes zusammen­arbeiten, in dem Homosexuellen eine Gefängnisstrafe droht.

Vor dem WM-Qualifikations­spiel gegen Island zeigte sich die Nationalmannschaft im März in bemalten Trikots, auf denen „Human Rights“ zu lesen war – Menschenrechte. Eine Botschaft an das Gastgeberland des Turniers im nächsten Jahr, das wegen seiner Behandlung von Arbeitsmigranten und der Diskriminierung von Frauen und sexuellen Minderheiten international in der Kritik steht.

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Oder vielleicht doch eher eine Botschaft an die deutsche Öffentlichkeit: Seht her, wir kümmern uns!

Welch ein Hohn, wenn der Menschenrechts­verächter Katar und sein Staatsunternehmen nun trotzdem als möglicher Partner gelten, solange der DFB davon profitiert. Der Fußballbund sollte diesen Plänen deshalb sofort eine klare Absage erteilen oder künftig schweigen, wenn es um Menschenrechte und Vielfalt geht.

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