„Vernichtungskrieg“ in der Ukraine

Historiker Winkler: Putin ist „kein zweiter Hitler“ – aber ein radikaler Nationalist

Dieses von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik via AP veröffentlichte Foto zeigt Wladimir Putin, Präsident von Russland, der während einer Pressekonferenz im Anschluss an eine Sitzung des Staatsrates gestikuliert. (Archivbild)

Dieses von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik via AP veröffentlichte Foto zeigt Wladimir Putin, Präsident von Russland, der während einer Pressekonferenz im Anschluss an eine Sitzung des Staatsrates gestikuliert. (Archivbild)

Berlin. Der Historiker Heinrich August Winkler hat Vergleiche zwischen der Schoah und anderen Verbrechen kritisiert.

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Die Ausrottung der europäischen Juden bleibe die zentrale Tatsache der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“ (Montag). Sie sei „das größte Verbrechen aller Zeiten“.

Putin hält einen Sieg gegen die Ukraine für „unvermeidlich“

Russlands Präsident Wladimir Putin ist nach eigenen Worten fest von einem Sieg in der Ukraine überzeugt.

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Wladimir Putin – „Kein zweiter Hitler“, aber ein radikaler Nationalist

Auch Wladimir Putin sei „kein zweiter Hitler“, sagte Winkler. Der russische Präsident wolle nicht die Juden ausrotten. Er scheine auch nicht ganz Europa erobern zu wollen. Er sei ein radikaler Nationalist, der den territorialen Bestand und den Einflussbereich der untergegangenen Sowjetunion so weit wie möglich wieder herstellen wolle.

Historiker Heinrich August Winkler spricht während eines Interviews in seinem Berliner Büro.

Historiker Heinrich August Winkler spricht während eines Interviews in seinem Berliner Büro.

Dieser Revisionismus unterscheide Putins Russland von der Sowjetunion der Breschnew-Ära, die in erster Linie ihren territorialen Besitzstand habe sichern wollen. Putin stelle dagegen den Status quo radikal infrage.

Winkler: Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat „Züge eines Vernichtungskriegs“

Beim Krieg gegen Georgien 2008 und gegen die Ukraine seit 2014 sieht der Historiker „erschreckende Parallelen zu bestimmten Aspekten der Politik Hitlers“ wie der Zerschlagung der Tschechoslowakei 1938/1939. Der Angriffskrieg gegen die Ukraine trage „Züge eines Vernichtungskriegs“.

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Winkler spricht sich auch gegen Vergleiche zwischen der Schoah und dem Vorgehen von Kolonialmächten aus. Die Aufarbeitung der deutschen Kolonialverbrechen im 19. und 20. Jahrhundert sei „bitter notwendig“. „Aber sie kann keine Relativierung des Holocaust bewirken“, sagte Winkler. Westliche Demokratien hätten allen Grund, sehr selbstkritisch mit ihrer kolonialen Vergangenheit und ihrem Rassismus umzugehen: „Einen Holocaust hat es aber nur in und durch Deutschland gegeben.“

RND/epd

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