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Abgehörtes Telefonat

„Putin, du Arschloch“: Russische Offiziere sollen über die Ukraine-Taktik des Kremls geschimpft haben

Soldaten bei der Militärparade zum 9. Mai in Moskau (Symbolfoto).

Soldaten bei der Militärparade zum 9. Mai in Moskau (Symbolfoto).

Immer wieder legen Berichte nahe, dass unter russischen Soldaten der Unmut über den Krieg in der Ukraine wächst. Nun berichten mehrere Medien über ein angebliches Telefongespräch, in dem zwei Offiziere mit wüsten Beschimpfungen über die Führung im Kreml herziehen sollen. „Du bist am Arsch, Putin, du Arschloch“, sagt darin eine Person, die als Oberst Witali Kovtun identifiziert worden sein soll. Sein Gesprächspartner soll der Offizier Maxim Wlassow gewesen sein. Der US-finanzierte Sender „Radio Free Europe“ hat die Gespräche vom ukrainischen Geheimdienst erhalten und diese Woche mit englischen Untertiteln veröffentlicht. Die jüngste Aufnahme ist vom 14. April, so die Angaben. Die Echtheit des Films ließ sich nicht unabhängig verifizieren.

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+++ Alle Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine im Liveblog +++

Radikale Kriegsziele und starke Abneigung gegen Kreml

Der Austausch der beiden zeigt einerseits deren radikale Haltung bezüglich der Kriegsmaßnahmen in der Ukraine. So geht der Beschimpfung Putins die Forderung voraus, das Parlament zu zerstören: „Eine verdammte Rakete sollte in die Werchowna Rada in Kiew fliegen. Warum ist es verdammt noch mal nicht passiert? Ich verstehe es nicht.“ Er fordert außerdem eine konsequentere Bombardierung, etwa von Bahnhöfen, ohne Rücksicht auf zivile Opfer.

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Die beiden Offiziere bringen aber auch ihren Ärger über die starken Verluste der russischen Armee zum Ausdruck. Maxim Wlassow meint: „Es gibt schreckliche Verluste bei unseren Jungs, verdammt. Und wissen Sie, ich kenne mich ein wenig mit Militärgeschichte aus, und ich vergleiche dies mit dem verdammten sowjetisch-finnischen Krieg von 1939 bis 1940. Das ist ein und dasselbe, verdammt.“

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Auch über Verteidigungsminister Sergej Shoigu fällt der als Wlassow identifizierte ein hartes Urteil. Er bezeichnet ihn als „inkompetenten Laien“ und ergänzt: „Er ist ein scheiß Showman.“ Kovtun erwidert: „Shoigu ist scheiße. Es gibt keine Soldaten, die unter Vertrag stehen. Warum sollte es sie verdammt nochmal geben? Sie zahlen ihnen 30.000 Rubel. Warum sollten sie da Leute bekommen?“

Soldaten veröffentlichen Video zu Umständen in der russischen Armee

Ebenfalls in dieser Woche haben russische Soldaten auf Telegram ein Video veröffentlicht, in dem sie sich über ihren Einsatz in der Ukraine beschweren. Sie seien in der Region Cherson gewesen, berichtet darin ein Militär. Sie hätten an Hunger und Kälte gelitten, wären ohne medizinische Versorgung gewesen.

Einige in ihrem Bataillon hätten aufgrund ihrer Gesundheit laut Gesetz gar nicht rekrutiert werden dürfen, betont der Sprecher. Wer die Zustände bemängele, würde sofort der Sabotage bezichtigt werden.

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Die russische Armee konnte ihre Kriegsziele bisher nicht wie geplant erreichen. Immer gibt es Berichte über die schlechte Organisation der Truppen. Es kam schon mehrfach zu Brandanschlägen auf Rekrutierungsämter in Russland.

RND/sf

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