“Hat das ganze Land berührt”: Putin begnadigt verurteilte Israelin

  • Der Fall einer verurteilten Israelin in Russland hatte in ihrem Heimatland für Aufsehen gesorgt.
  • Siebeneinhalb Jahre Haft für Drogenschmuggel lautete das Urteil.
  • Nun hat Russlands Präsident Wladimir Putin ihr die Strafe erlassen.
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Moskau. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich bei einem Kurzbesuch im Kreml für die Freilassung einer wegen Drogenschmuggels verurteilten Israelin bedankt. Der Fall habe das ganze Land berührt, sagte Netanjahu am Donnerstag zum Auftakt der Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau.

Kurz zuvor hatte der Kremlchef die Frau begnadigt, die im vergangenen Frühjahr an einem Moskauer Flughafen gefasst worden war. Sie war von einem Gericht zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Am Donnerstag soll die Frau das Gefängnis bereits verlassen haben.

Russland verlangte diverse Gegenleistungen

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Der Fall hatte in den vergangenen Wochen für neue Schlagzeilen gesorgt, weil Putin sich persönlich für die Frau einschaltete. Russland soll dafür diverse Gegenleistungen verlangt haben. Moskau hat unter anderem nach Angaben des für Jerusalem zuständigen Ministeriums die Eigentumsrechte an einer Kirche in der Jerusalemer Altstadt gefordert. Darum streiten sich seit Jahren zwei russische Kirchenorganisationen.

Die "Jerusalem Post" hatte berichtet, das Justizministerium habe der Übertragung der Rechte an Russland zugestimmt. Dies ist jedoch offiziell nicht bestätigt.

Bei dem Arbeitsbesuch in Moskau wollten beide Politiker vor allem über den umstrittenen Nahost-Plan des US-Präsidenten Donald Trump sprechen. Netanjahu wolle die Meinung Putins dazu anhören, sagte er der Agentur Tass zufolge. So könnten alle Kräfte für eine Lösung gesammelt werden.

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Die Kernpunkte aus Trumps Nahostplan
2:22 min
US-Präsident Donald Trump strebt mit seinem umstrittenen Nahost-Plan nach eigenen Worten eine "realistische Zwei-Staaten-Lösung" an.  © AFP

Trump hatte zuvor seine Vision von einer Lösung des Nahost-Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern vorgestellt. Dabei wird den Palästinensern ein eigener Staat in Aussicht gestellt, allerdings unter harten Auflagen, die sie bereits in der Vergangenheit zurückgewiesen haben. Die Palästinenser lehnten den Vorstoß Trumps umgehend ab.

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RND/dpa

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