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Prozess gegen „Hotel Ruanda“-Held Paul Rusesabagina hat begonnen

  • Durch den Hollywood-Film “Hotel Ruanda” wurde Paul Rusesabagina bekannt.
  • Darin wird erzählt, wie der Hotelmanager während des Völkermords 1994 etwa 1200 Menschen das Leben rettete.
  • Nun wurde er wegen Terrorismus angeklagt - am Mittwoch hat der Prozess begonnen.
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Kigali. Das Verfahren gegen den Helden des Films „Hotel Ruanda“, Paul Rusesabagina, hat begonnen. Der ehemalige Hotelmanager muss sich seit Mittwoch in seinem ostafrikanischen Heimatland unter anderem wegen Terrorismus verantworten. Sein Anwalt Gatera Gashabana sagte, wegen seiner belgischen Staatsbürgerschaft sollte der 66-Jährige nach Belgien ausgeliefert werden und dort „einen fairen Prozess“ bekommen.

„Ich bin kein ruandischer Staatsbürger, ich bin belgischer Staatsbürger“, sagte Rusesabagina. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass er beide Staatsangehörigkeiten habe und somit von beiden Staaten angeklagt werden könne.

Rusesabagina leitet Oppositionelle im Exil

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Rusesabagina leitet im Exil die oppositionelle Ruandische Bewegung für Demokratischen Wandel (MRCD) und sagte bereits vor Gericht, dass er den bewaffneten Flügel, die Nationale Befreiungsfront (FLN), mitgegründet habe. Dieser hat tödliche Angriffe in Ruanda für sich beansprucht. Es besteht aber die Befürchtung, dass er dort kein faires Verfahren erhalten wird.

Rusesabagina wurde nach eigenen Angaben in Dubai von ruandischen Behörden entführt, um vor Gericht gestellt werden zu können. Auch Human Rights Watch spricht von „erzwungenem Verschwinden“.

Hollywood-Film “Hotel Ruanda”

Rusesabagina wurde durch den Hollywood-Film „Hotel Ruanda“ bekannt. Darin wird erzählt, wie der Hotelmanager, gespielt von Don Cheadle, während des Völkermords in Ruanda 1994 etwa 1200 Menschen das Leben rettete. Damals wurden mehr als 800.000 Angehörige der Bevölkerungsgruppen Tutsi und Hutu getötet. Später wurde Rusesabagina zu einem Kritiker des ruandischen Präsidenten Paul Kagame und ging ins Exil. Unterstützer Rusesabaginas werfen der Regierung vor, ihn nun zum Schweigen bringen zu wollen.

Kagame war maßgeblich am Ende des Genozids beteiligt und ist seitdem an der Macht. Seit 2000 ist er Präsident. Er hat für Stabilität, wirtschaftlichen Aufschwung und Innovation gesorgt und das 12,6-Millionen-Einwohner-Land zu einem von Afrikas Vorzeigestaaten gemacht. Allerdings hat er Meinungs- und Pressefreheit derart unterdrückt, dass politische Opposition und Kritik an der Regierung kaum möglich sind.

RND/dpa

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