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  • Proteste in Myanmar: Militär feuert mit scharfer Munition auf Demonstranten

Proteste in Myanmar gehen weiter

  • Die Demonstrationen gegen den Militär-Putsch in Myanmar gehen trotz Ausgangssperren und Protestverbot weiter.
  • Berichten zufolge haben Sicherheitskräfte mit Gummigeschossen und scharfer Munition auf die Menge gefeuert.
  • Die Demonstrierenden in Myanmar fordern die Freilassung der De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi und die Wiedereinsetzung der Zivilregierung.
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Rangun. Erneut haben sich Demonstranten in Myanmar über das Protestverbot des Militärs hinweggesetzt. In den beiden größten Städten des Landes, Rangun und Mandalay, forderten sie am Mittwoch, die nach dem Putsch Anfang Februar festgesetzte De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi freizulassen und die Zivilregierung wieder einzusetzen. Proteste wurden auch aus der Hauptstadt Naypyidaw und anderen Orten gemeldet.

Das Militär hatte am 1. Februar die Macht in Myanmar an sich gerissen, nachdem seine Wahlbetrugsvorwürfe wegen fehlender Belege nicht anerkannt worden waren. Es berief sich auf einen Artikel der Verfassung, der es den Streitkräften erlaubt, in einer Notlage die Kontrolle zu übernehmen. Suu Kyis Partei NLD, internationale Beobachter und auch die US-Regierung sprachen dagegen von einem Staatsstreich.

Inzwischen hat das Militär in Rangun und Mandalay Kundgebungen von mehr als fünf Personen verboten und eine Ausgangssperre zwischen 20 und 4 Uhr verhängt. Sicherheitskräfte feuerten am Dienstag mit Gummigeschossen und offenbar auch scharfer Munition auf Demonstrantinnen und Demonstranten.

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Frau wurde schwer verletzt

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Nach Angaben von Zeugen wurde dabei eine Frau schwer verletzt. Die Menschenrechtsorganisation Human Rigts Watch, berichtete, ein Arzt in einem Krankenhaus in Naypyidaw habe erklärt, ein Geschoss habe die Frau am Ohr getroffen. Wichtige Hirnfunktionen seien ausgefallen.

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Trotz Ausgangssperren: Proteste in Myanmar gehen weiter
1:00 min
Eine Woche nach dem Militärputsch in Myanmar wächst die Sorge vor einer Eskalation.  © Reuters
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Am Dienstagabend drang die Polizei nach Angaben eines Parteisprechers in die NLD-Zentrale in Rangun und eine weiteres Büro ein und beschlagnahmte Dokumente und Computer. Am Mittwoch war die Parteizentrale geschlossen.

RND/AP

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