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  • Proteste in Kuba: Tausende Menschen protestieren gegen die Wirtschaftskrise

Größte Proteste seit Jahrzehnten: Kubaner demonstrieren gegen Lebensmittelknappheit

  • In Kuba sind so viele Menschen gegen Regierung auf die Straße gegangen wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
  • Sie protestierten gegen Lebensmittelknappheit, zu hohe Preise und Stromausfälle.
  • Es kam auch zu Steinwürfen und Festnahmen.
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Havanna. Tausende Kubanerinnen und Kubaner sind gegen Lebensmittelknappheit auf die Straße gegangen. Sie protestierten am Sonntagnachmittag (Ortszeit) auf der Malecon-Promenade in der Hauptstadt Havanna und andernorts auch gegen Preise, die sie als zu hoch empfanden. Die Demonstrationen zählten zu den größten gegen die Regierung seit Jahrzehnten.

Viele junge Menschen beteiligten sich an dem Protest in Havanna, der den Verkehr beeinträchtigte, bis die Polizei nach mehreren Stunden einschritt und ihn auflöste, nachdem einige Teilnehmer Steine geworfen hatten. Zunächst war die Polizei hinter den Demonstrantinnen und Demonstranten gelaufen, die „Freiheit“ und „genug“ riefen. „Wir haben die Nase voll von den Schlangen, der Knappheit. Deshalb bin ich hier“, sagte ein Teilnehmer im mittleren Alter der Nachrichtenagentur AP. Er nannte nicht seinen Namen aus Angst, sonst später verhaftet zu werden.

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Tausende auf der Straße: Regierungskritische Proteste in Kuba
1:43 min
In Kuba ist es zu landesweiten Protesten gegen die Regierung gekommen. Tausende machten ihrer Frustration über die aktuelle Politik Luft. Teilweise mit Gewalt.  © Reuters
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Schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten

Kuba durchläuft derzeit seine schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten, während die Corona-Infektionen zunehmen. Das Land leidet unter den Konsequenzen der Sanktionen, die Donald Trump während seiner US-Präsidentschaft verhängte.

Die Demonstrierenden marschierten weiter, obwohl die Polizei sie einige Male angriff und Tränengas einsetzte. Auf vielen Balkonen in dem Viertel Centro Habano standen Menschen und applaudierten den vorbeimarschierenden Protestierenden. Andere reihten sich ein.

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Viele Menschen zogen ihre Mobiltelefone hervor und versuchten, den Protest live zu übertragen, doch der Staat schaltete den Internetzugang während des ganzen Nachmittags ab.

Pflastersteine auf Polizisten geworfen

Als die Demonstration seit etwa zweieinhalb Stunden andauerte bewarfen manche Teilnehmende die Polizei mit Pflastersteinen. Zu diesem Zeitpunkt begann die Polizei mit Festnahmen und die Demonstration löste sich auf. AP-Journalisten zählten mindestens 20 Menschen, die in Polizeifahrzeugen oder von Personen in Zivil fortgebracht wurden.

Dann trafen etwa 300 der Regierung nahe stehende Personen mit einer großen kubanischen Fahne ein und riefen Parolen für den verstorbenen Präsidenten Fidel Castro und die kubanische Revolution. Einige Personen aus der Gruppe griffen einen Videojournalisten der AP an und beschädigten seine Kamera. Ein Fotojournalist der AP wurde von der Polizei verletzt.

Unterstützer der Regierung marschieren in Havanna. © Quelle: Eliana Aponte/AP/dpa
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Auch andernorts auf der Insel wurde protestiert, darunter in der Kleinstadt San Antonio de los Banos, wo Menschen gegen Stromausfälle wetterten und von Präsident Miguel Díaz-Canel besucht wurden. Er ging in einige Häuser und ließ sich von Bewohnern Fragen stellen.

RND/AP

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