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Präsident räumt ein: 69 Tote bei Protesten gegen Polizeigewalt in Nigeria

  • Seit rund zwei Wochen kommt es in Nigeria zu Massenprotesten gegen den übermäßigen Einsatz von Gewalt durch die Sicherheitskräfte.
  • Präsident Muhammadu Buhari hat nun eingeräumt, dass dabei bislang 69 Menschen getötet worden sind.
  • Ein Ende der Demonstrationen ist nicht in Sicht.
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Frankfurt a.M./Lagos. Bei Protesten gegen Polizeigewalt sind in Nigeria der Regierung zufolge in den vergangenen Tagen 69 Menschen getötet worden. Der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari räumte am Freitagabend ein, dass bei Unruhen 51 Zivilisten und elf Polizisten starben. Außerdem kamen sieben Soldaten ums Leben. Seit rund zwei Wochen kommt es in dem westafrikanischen Land zu Massenprotesten gegen den übermäßigen Einsatz von Gewalt durch die Sicherheitskräfte.

Die Proteste richteten sich zunächst vor allem gegen die wegen ihrer Brutalität berüchtigte Spezialeinheit Sars. Präsident Buhari hatte als Reaktion auf die Proteste die Auflösung der Einheit angekündigt. Die vorwiegend jugendlichen Demonstranten fordern jedoch weitgehendere Polizeireformen.

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Luftaufnahmen zeigen Plünderungen in Nigeria
0:53 min
Viele Menschen in dem Land spüren die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die Armut verstärkt sich.  © Reuters
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Lagos: Plünderungen und gewaltsame Auseinandersetzungen

Das Präsidialamt erklärte am Freitagabend, die Regierung sei weiterhin zu Zugeständnissen bereit, werde aber keine Gewalt tolerieren. Gewalttäter hätten die friedlichen Demonstrationen übernommen, heißt es in der Erklärung.

In den vergangenen Tagen kam es besonders in der Wirtschaftsmetropole Lagos zu Plünderungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Eine ganztägige Ausgangssperre in der Stadt wurde am Samstag gelockert. In Lagos waren am Dienstag Medienberichten zufolge etwa 20 Menschen erschossen worden.

Menschenrechtler werfen den nigerianischen Sicherheitskräften einen unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt vor. Die Spezialeinheit Sars sei zwischen 2017 und 2020 für mindestens 82 Fälle von Folter, Misshandlung und außergerichtlicher Hinrichtung verantwortlich, heißt es in einem Bericht von Amnesty International.

RND/epd

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