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Prognosen: Linkspolitiker Luis Arce gewinnt Präsidentschaftswahlen in Bolivien

  • Seit knapp einem Jahr hat Bolivien eine Interminsregierung.
  • Nun hat das politisch angespannte Land gewählt.
  • Prognosen zufolge ist Linkspolitiker Luis Arce der Sieger, doch mit einem offiziellen Ergebnis wird erst in einigen Tagen gerechnet.
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Berlin, La Paz. Nach Prognosen hat der Linkspolitiker Luis Arce die Präsidentschaftswahlen in Bolivien gewonnen. Arce kam demnach auf 52,4 Prozent der Stimmen, wie aus einer in der Nacht zum Montag (Ortszeit) veröffentlichten Nachwahlbefragung des Meinungsforschungsinstituts Ciesmori im Auftrag des TV-Senders Unitel hervorgeht. Der Liberal-Konservative Carlos Mesa kam auf etwa 31,5 Prozent der Stimmen.

Damit hätte Arce, der unter dem vorherigen Präsidenten Evo Morales Wirtschaftsminister war, bereits in der ersten Runde die Präsidentschaftswahlen für sich entschieden. Mit einem offiziellen Wahlergebnis wird erst in einigen Tagen gerechnet. Das Oberste Wahlgericht hatte am Samstag beschlossen, keine vorläufigen offiziellen Ergebnisse zu veröffentlichen.

Arce gibt Versprechen ab

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Arce versprach in einem Statement, das Land zu versöhnen. „Wir werden für alle Bolivianer regieren. Wir werden eine Regierung der nationalen Einheit aufbauen“, sagte er. Arce betonte, er werde wieder sozialen Frieden herzustellen und „einen Prozess des Wandels ohne Hass“ einleiten. Die konservative Interimspräsidentin Jeanine Añez gratulierte Arce bereits zum Wahlsieg. Auch Morales gratulierte seinem ehemaligen Minister aus dem argentinischen Exil und sprach von einem Fest der Demokratie.

Die Wahlen verliefen trotz der großen politischen Anspannung weitgehend friedlich. Bolivien ist seit knapp einem Jahr ohne gewählte Regierung. Morales wurde Wahlfälschung vorgeworfen und er trat auf Druck des Militärs im November 2019 zurück. Seitdem befindet sich Morales im Exil, zunächst in Mexiko und jetzt in Argentinien. Immer wieder kam es in den vergangenen Monaten zwischen Anhängern und Gegnern von Morales zu gewaltsamen Ausschreitungen.

Morales wurde wegen Terrorismus, Finanzierung terroristischer Aktivitäten und Anstiftung zum Aufruhr angeklagt. Die Staatsanwaltschaft stützt sich dabei lediglich auf ein Telefonat, in dem er während der heftigen Proteste nach seinem Rücktritt Vertraute aufgerufen haben soll, Straßen zu blockieren, damit keine Lebensmittel mehr in die Städte gelangen. Morales bestreitet die Vorwürfe. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warf danach Boliviens Interimsregierung Missbrauch der Justiz für politische Zwecke vor.

RND/epd

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