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  • Profi-Fußball ab Mai fortsetzen? Thüringens Innenminister ist dagegen

Chef der Innenministerkonferenz sieht Fortsetzung der Bundesliga kritisch

  • Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD), blickt mit Skepsis auf Pläne, ab dem 9. Mai wieder Profi-Fußball spielen zu lassen.
  • Die Sicherheit sei unter medizinischen Aspekten nicht gewährleistet, sagt er.
  • Maier sieht überdies ein Gerechtigkeitsproblem.
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Berlin. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD), sieht eine Fortsetzung der Fußball-Bundesliga-Saison kritisch. „Wir haben in Thüringen keine Erst- und Zweitligavereine, insofern bin ich nicht direkt betroffen und muss auf niemanden Rücksicht nehmen“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mit Blick auf geplante Geisterspiele vor leeren Rängen. „Doch auch abgesehen davon sehe ich eine Fortsetzung der Saison schon ab dem 9. Mai mit Skepsis. Denn beim Fußball kommen sich die Spieler nahe, sie atmen gerade in Zweikämpfen und Laufduellen tief ein und aus.“

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Der SPD-Politiker meldete zudem prinzipielle Bedenken an. „Wenn wir den Amateursport lahm legen, dann müssen wir den dort Aktiven erklären, warum im Profisport plötzlich andere Regeln gelten sollen“, sagte er dem RND.

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Überhaupt sei es „grundsätzlich so, dass wirtschaftliche Interessen dem Bevölkerungsschutz nachgeordnet sein müssen. Und eine Beschränkung der Kontakte bleibt in dieser Krise das beste Mittel.“ So habe man der Gastronomie ebenfalls gesagt, dass sie vorerst nicht wieder öffnen könne. Das sei für viele Betriebe eine Katastrophe. „Aber wir machen es trotzdem.“

Angst vor Fan-Ansammlungen

Maier erwartet deshalb von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ein überzeugendes Infektionsschutzkonzept, um die Fortsetzung des Ligabetriebs zu ermöglichen. „Das Testen der Spieler allein reicht meines Erachtens nicht aus, denn wir wissen, dass Corona-Tests bei Menschen ohne Symptome wenig aussagekräftig sind.“

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Der Beginn des verheerenden Coronavirus war vermutlich ein Tiermarkt in Wuhan/China. In nur wenigen Wochen erreichte das Virus auch Europa.  © RND
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Auch Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) äußerte sich kritisch. Er sorgt sich im Zuge von möglichen Geisterspielen um Fan-Aufläufe vor den Stadien. „Ich kann mir kein Sonderrecht für den Fußball vorstellen, das am Ende so aussieht, dass sich Hunderte von Fans an einem Ort versammeln“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Robert-Koch-Institut gegen Privileg

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Aufgrund der Coronavirus-Pandemie ruht der Ball in der Bundesliga bis zum 30. April; neun Spieltage stehen noch aus. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und sein nordrhein-westfälischer Amtskollege Armin Laschet (CDU) hatten eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs ab dem 9. Mai ins Gespräch gebracht. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte sich dafür offen gezeigt. Das Bundesinnenministerium ist aber dagegen, bereits einen Termin zu nennen.

Strittig ist nicht zuletzt, dass die Spieler, um eine Fortsetzung der Saison zu ermöglichen, regelmäßig getestet werden müssten, obwohl es im Allgemeinen weiter an Tests fehlt. Insgesamt ist von 20.000 Tests die Rede. Nicht zuletzt das Robert-Koch-Institut lehnt eine derartige Privilegierung ab.

Bundesarbeitsministerium entscheidet

Die Genehmigung einer etwaigen Fortsetzung der Saison liegt nach Angaben aus Regierungskreisen nicht beim für den Sport zuständigen Bundesinnenministerium und auch nicht beim Bundesgesundheitsministerium, sondern beim Bundesarbeitsministerium, weil es um Fragen des Arbeitsschutzes sowohl der Spieler als auch der Funktionäre oder anwesender Journalisten geht.

Das Bundesarbeitsministerium prüft das Hygienekonzept der DFL. Für etwaige Fan-Ansammlungen vor Stadien wären lokale Gesundheitsämter zuständig. Sie könnten Spiele aber nicht untersagen.

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