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Die Macron-Herausforderin im Portät

Marine Le Pen vor dem Höhepunkt – oder dem Ende ihrer Karriere

Blickt sie ihrem Höhepunkt oder ihrem Ende entgegen? Marine Le Pen, extrem rechte Präsidentschaftskandidatin, will Amtsinhaber Macron in der Stichwahl schlagen.

Blickt sie ihrem Höhepunkt oder ihrem Ende entgegen? Marine Le Pen, extrem rechte Präsidentschaftskandidatin, will Amtsinhaber Macron in der Stichwahl schlagen.

Paris. So nah wie jetzt war sie der Macht noch nie – aber gleichzeitig auch dem politischen Absturz. Zum dritten Mal tritt die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen bei Präsidentschaftswahlen an. Verfehlte sie 2012 noch die Stichwahl, so erreichte sie 2017 im Duell gegen Emmanuel Macron 34 Prozent der Stimmen. Diesmal sehen Umfragen sie bei 42,5 bis 47 Prozent – theoretisch könnte es zum Sieg reichen. „Präsidentin Marine“ stand auf den Champagner-Flaschen, die es bei der Wahlparty nach der ersten Runde vor zwei Wochen gab.

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Sollte sie aber erneut scheitern, will Le Pen das Ziel, erste rechtsextreme Präsidentin Frankreichs zu werden, aufgeben. Das deutete sie Ende März in einem Interview an. „Aber ich werde weiterhin die Franzosen verteidigen“, versprach die 53-Jährige.

„Wir sind nicht wie die anderen“

Mit Politik ist die dritte Tochter von Jean-Marie Le Pen, dem Mitbegründer des rechtsextremen Front National, aufgewachsen. Acht Jahre war sie alt, als ein Bombenanschlag auf die Pariser Familienwohnung verübt wurde. Verletzt wurde niemand, ein Trauma blieb. „Noch im Puppenspiel-Alter werde ich mir einer fürchterlichen Sache bewusst: Wir sind nicht wie die anderen“, schrieb Le Pen später in ihrer Biografie über ihre besondere Familiensituation. Das könnte ein Motor für ihre polternde Angriffslust gewesen sein – ihr Markenzeichen.

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Stichwahl in Frankreich: Macron kämpft gegen Le Pen um zweite Amtszeit

Der Mobilisierung der Wählerinnen und Wähler dürfte entscheidende Bedeutung bei dem Urnengang zukommen.

Nach dem Jurastudium wurde sie zunächst Anwältin, bis sie als juristische Direktorin in das Familienunternehmen Front National eintrat, wie ihre beiden älteren Schwestern. 1998 zog Le Pen als Abgeordnete in das Regionalparlament der Region Nord-Pas-de-Calais ein, von 2004 bis 2009 gehörte sie dem Regionalrat der Hauptstadtregion und bis 2017 zugleich dem EU-Parlament an.

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Mit den Werten der EU nicht vereinbar

Als sie die Partei 2011 übernahm, „entteufelte“ sie diese nach und nach und öffnete sie mit Erfolg neuen Wählerschichten, indem sie offen rassistische oder antisemitische Parolen oder Symbole verbot. Zugleich nahm sie Abstand von ihrem Vater, der mehrmals verurteilt wurde, unter anderem wegen Verharmlosung des Holocaust. 2018 benannte sie die Partei um in „Rassemblement National“, „nationaler Zusammenschluss“.

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Eine ideologische Änderung nahm sie hingegen nicht vor: Nach wie vor stützt sich das Programm auf den Ausschluss von Ausländern und Muslimen und eine souveränistische „France first“-Strategie, die mit den Werten der EU nicht vereinbar ist.

Ihr Privatleben schützt Marine Le Pen, die Mutter von drei Kindern und zweimal geschieden ist, strikt. In den sozialen Medien pflegt sie allerdings ihr Image als Katzenliebhaberin und -züchterin. So erscheint sie vielen nicht mehr als beinharte und autoritär auftretende Politikerin, sondern plötzlich ganz weich und menschlich. Ihr Programm sagt freilich das Gegenteil.

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