• Startseite
  • Politik
  • Post-Corona-Strategie: Wirtschaftsverbände dringen auf Öffnungskonzepte

Wirtschaftsverbände dringen auf Öffnungskonzepte und Post-Corona-Ideen

  • Das Bundeswirtschaftsministeriums senkt in seinem aktuellen Jahreswirtschaftsbericht die Konjunkturprognose.
  • Der Arbeitgeberverband BDA fordert eine Post-Corona-Strategie.
  • Der Einzelhandelsverband HDE drang, die Geschäfte müssten eine Perspektive für ihre Wiedereröffnung bekommen.
|
Anzeige
Anzeige

Berlin. Angesichts schlechter werdender Konjunkturprognosen dringen Wirtschaftsverbände auf konkrete Öffnungskonzepte und Perspektiven für einen Wirtschaftsaufschwung nach Ende der Corona-Krise.

„Alle Ampeln stehen auf Alarm”, sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Steffen Kampeter, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Was wir jetzt brauchen, ist eine Debatte über eine Post-Corona-Strategie – dazu zählt vor allem ein Fahrplan, mit dem wir den Wirtschaftsstandort Deutschland wieder fit machen.”

Damit die Wirtschaft wieder wachsen könne und Arbeitsplätze gesichert werden könnten, sei eine Begrenzung von Steuer- und Sozialabgaben unverzichtbar.

Anzeige

Einzelhandel begrüßt Öffnungsplan aus Kiel

Der Einzelhandelsverband HDE begrüßte den von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) vorgelegten Öffnungsplan, äußerte allerdings Kritik im Detail.

„Auch der Nicht-Lebensmittelhandel braucht ein Licht am Ende des Tunnels”, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Stefan Genth, dem RND. „Wir benötigen konkrete Rahmenbedingungen für eine mögliche Wiedereröffnung des Einzelhandels. Es muss klar sein, bei welchen Pandemiezahlen welche Maßnahmen wieder gelockert werden können.”

Günther wähle „grundsätzlich den richtigen Ansatz”. Allerdings seien manche Punkte nicht zu verstehen. „Wenn der Nicht-Lebensmittelhandel bis zum Erreichen einer Inzidenz von unter 50 komplett in den Tiefschlaf geschickt werden soll, ignoriert das die in der Vergangenheit hervorragend funktionierenden Hygienekonzepte der Händler”, sagte Genth.

Anzeige
Video
Ein Jahr Corona in Deutschland – ein Blick zurück
2:11 min
Vor einem Jahr ist die erste Corona-Infektion in Deutschland bekannt geworden. Mittlerweile wurden mehr als zwei Millionen Fälle registriert. Ein Rückblick.  © dpa

Strategien öffentlich diskutieren

Anzeige

„Man muss sicherlich auch überlegen, ob die Konzentration auf den Inzidenzzielwert von 50 der alleinige Maßstab für Lockerungen sein kann. Zumindest sollte es abgestufte Öffnungsmaßnahmen für den Handel geben. Beispielsweise könnte zumindest das Einkaufen mit strenger Kundenzahlbegrenzung wieder zugelassen werden.”

Genth betonte, über die Öffnungsstrategien müsse öffentlich diskutiert werden: „Das darf nicht nur hinter verschlossenen Türen stattfinden.”

Anzeige

Genth sagte weiter, der vom Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch vorgelegte Jahreswirtschaftsbericht mache deutlich, „dass es von entscheidender Bedeutung ist, neben den erforderlichen Perspektiven für die von der Corona-Krise betroffenen Branchen die Voraussetzungen für künftiges Wirtschaftswachstum zu schaffen”. Dazu gehöre eine Investitionsstrategie für die Zeit nach Corona.

Altmaier warnt

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) warnte unterdessen vor einer öffentlichen Debatte über Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen. Es wäre das „falsche Signal“, nun öffentlich über Lockerungen zu spekulieren und Erwartungen zu setzen, die die Bekämpfung der Pandemie eher erschwerten, sagte Altmaier am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts. Es gebe im wöchentlichen Schnitt pro Tag immer noch an die 15.000 Neuinfektionen. Man brauche Geduld.

mit dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen