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Polizisten-Foto vor rechtem Graffito: “Rigorose Untersuchung”

  • Nachdem Cottbusser Polizisten vor einem rechten Graffito posierten, geht die Affäre in die nächste Runde.
  • Als die Beamten den Schriftzug anschließend übermalen sollten, ließen sie das Kürzel einer rechtsextremen Kampagne stehen.
  • Brandenburgs Innenminister versprach nun eine “rigorose Untersuchung”.
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Potsdam. Die Affäre um Cottbusser Polizisten und ein rechtsextremes Graffito soll eine rigorose Untersuchung nach sich ziehen. Das kündigte Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Mittwoch an. "Wir dulden solche Tendenzen in der Brandenburger Polizei nicht - ich persönlich erst recht nicht", erklärte Stübgen am Mittwoch in Potsdam. Den Ermittlungen könne und werde er nicht vorgreifen. "Ich kann aber versprechen, dass wir da ganz genau hinsehen." Zuvor hatte er sich im RBB ähnlich geäußert.

Eine Gruppe aus neun Cottbusser Bereitschaftspolizisten hatte sich im Vorfeld der Anti-Kohle-Proteste in der Lausitz am vergangenen Wochenende vor einem rechtsextremen Grafito fotografieren lassen. Nach Bekanntwerden des Fotos wurden sie dazu verdonnert, den Schriftzug zu überstreichen. Dabei ließen die Beamten jedoch die Buchstaben "DC!" und ein Krebs-Symbol auf der Mauer stehen.

Die Buchstaben stehen laut Polizei für die rechtsextreme Gruppe "Defend Cottbus". Das Krebs-Zeichen ist dem Stadtwappen von Cottbus entlehnt und wird auch von Rechtsextremen in der Lausitz benutzt. Aufnahmen von diesem unvollständig übermalten Schriftzug sorgten für erneute Aufregung und Kritik an den Polizisten.

Grund für die nun angekündigten Untersuchungen soll auch ein unveröffentlichtes Bild sein. Das wurde der Polizei zufolge von einem der neun Polizisten aufgenommen, die vor Ort waren. Demnach hätten die Beamten den Schriftzug zumindest gekannt und ihn dokumentiert, bevor sie den Ort des Fotos am Rande von Cottbus verließen.

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Die Polizei hatte bereits ein Disziplinarverfahren gegen die Polizisten wegen des ersten Fotos eingeleitet. Das Verfahren wurde nun ausgeweitet. Die Staatsanwaltschaft prüft einen möglichen Tatverdacht wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten.

RND/dpa

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