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„SPD wie Schalke 04″: Das sind die besten Sprüche des politischen Aschermittwochs

  • Gegenseitige Kritik ist in der politischen Welt gang und gäbe.
  • Aber mindestens einmal im Jahr fällt sie besonders harsch aus – dann nämlich, wenn politischer Aschermittwoch ist.
  • Und so kam es auch diesmal wieder zu allerhand deftigen Sprüchen. Ein Überblick.
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Berlin. Im Moment ist alles anders – auch, was den politischen Aschermittwoch betrifft. Der fand aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr erstmals digital statt. Doch eines hat sich nicht geändert: Deftige Sprüche an die Adresse des politischen Gegners haben die Protagonisten auch diesmal wieder reihenweise ausgeteilt. Eine Auswahl der besten Äußerungen:

Markus Söder, CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident

„In der CSU kann man nur was werden, wenn man ein ‚S’ im Namen trägt. Strauß, Stoiber, Seehofer. In der CDU nur, wenn man ein ‚A’ hat - Angela, Annegret, Armin. Das hätte man dem Friedrich vorher sagen sollen.“ (über die Namen der Parteichefs von CDU und CSU sowie den Hinweis, warum es Friedrich Merz nicht geschafft hat, CDU-Chef zu werden)

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„Merkel-Stimmen gibt es nur mit Merkel-Politik.“ (zur Bedeutung der Kanzlerin Angela Merkel auf die aktuellen Umfragewerte der Union)

„Der Einfluss der Freien Wähler in Berlin ist genauso groß wie auf dem Mond.“ (zur Bedeutung des bayerischen Koalitionspartners Freie Wähler bei den Corona-Entscheidungen)

„Wenn Sie die ‚Herr der Ringe’-Saga kennen, wo wäre dann die AfD? Sie würde sich nur in Mordor wohlfühlen. Da würde sie hingehören.“ (Über die AfD. In der fiktiven Welt von Mittelerde von J. R. R. Tolkien ist Mordor das Reich und die Basis des bösen Zauberers Sauron.)

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„Die AfD ist nicht die Alternative für Deutschland, sondern ein Angriff auf Deutschland, ein Angriff auf unsere Demokratie, und zwar nach dem Muster der 30er-Jahre.“ (über die AfD)

„Olaf Scholz hat eher die Begabung, Blutdruck zu senken als ihn steigen zu lassen.” (über die Fähigkeit von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz als „Stimmungskanone“)

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„Mir kommt die SPD manchmal vor wie Schalke 04: eigentlich einen großen Namen, tolle Geschichte – aber echt schlechtes Spiel.“ (über uralte Konzepte des SPD)

„Frau Baerbock hat mal gesagt: Ja, sie traue sich das Kanzleramt zu. Und zwar sofort, ohne einen einzigen Tag Regierungserfahrung. Es kommt mir vor wie jemand, der sagt, nächste Woche beginne ich mit der Fahrschule und übernächste Woche werde ich Formel-1-Weltmeister.“ (über Grünen-Chefin Annalena Baerbock)

„Bayern ist ein grünes Land – ohne Grüne im Amt.“ (über die Grünen)

Prost! Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder. © Quelle: Peter Kneffel/dpa Pool/dpa

Armin Laschet, CDU-Chef und nordrhein-westfälischer Ministerpräsident

„Es gibt auch außerhalb Bayerns Leben.“ (Beim politischen Aschermittwoch der CSU zu einem Zitat auf einem Bierkrug: Extra Bavariam non est vita, et si est vita, non est ita – außerhalb Bayerns gibt es kein Leben. Und wenn es Leben gibt, dann kein solches.)

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Olaf Scholz, Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat

„Es ist richtig, dass wir was tun für die Friseure – auch wenn das unterschiedlich intensiv genutzt werden muss. Selbst in meinem Fall, muss man sagen, kann das mein Friseur besser als ich mit meinem Gerät.“ (zur Öffnung der Friseursalons und in Anspielung auf sein schütteres und kurz geschnittenes Haupthaar)

„Ich weiß ja, in Bayern ist vieles größer, aber dass die Steinschleudern ein solches Ausmaß haben, das hätte sicherlich niemand gedacht.“ (über Markus Söder, der einem Bericht zufolge das von Scholz „Bazooka“ genannte Konjunkturprogramm als „Steinschleuder ohne Stein“ kritisiert hatte)

„Posen sind schön. Sie machen immer Spaß, und umso mehr wir uns in Videokonferenzen bewegen, umso mehr wird vielleicht der eine oder die andere verführt, es ganz auf die Pose ankommen zu lassen. Aber da ist, das muss man diesen Leuten sagen, noch so etwas wie eine Realität. Und in der muss man was schaffen (...).“ (über leere Ankündigungen)

Auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz genehmigt sich einen Schluck aus dem Glas. © Quelle: Getty Images
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Christian Lindner, FDP-Chef

„Genau dieser Ministerpräsident erklärt also anderen die Tradition des politischen Aschermittwochs und trinkt aber gleichzeitig Cola Light aus dem Bierkrug. Das kommt dabei raus, wenn ein evangelischer Franke Bayern erklären will und deshalb aus München: Prost, lieber Markus.“ (über Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder)

„Österreich – also ich meine Österreich – ist bei den Schnelltests, bei der Zulassung von Selbsttests besser als die Bundesrepublik Deutschland. Und spätestens, was die Österreicher können, das sollten wir uns auch vornehmen. So viel fortschrittlicher als wir ist Österreich bei aller nachbarschaftlichen Freundschaft gewiss nicht. Das zumindest sollte unser Anspruch sein.“ (über die Fortschritte Österreichs bei Corona-Schnelltests und der Zulassung von Selbsttests)

Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen (Linke)

„Lass uns doch mal gemeinsam den Weg durch die Hölle gehen (...) bis nach Jena, an den Bahnhof ‚Paradies‘. Und dort können wir umsteigen in die Straßenbahn – und die Straßenbahn fährt uns dann ins Himmelreich. Mehr kann ich als Linker der CSU nicht anbieten.“ (lädt Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder zu einem Ausflug durchs Höllental an der Ländergrenze zu Bayern ein)

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow spricht ein Grußwort beim politischen Aschermittwoch der Linken. © Quelle: Markus Zechbauer/dpa

Annalena Baerbock, Grünen-Chefin

„Jetzt taut es zwar gerade wieder, aber ich will im Februar 2050 mit meinen Enkelkindern Schlitten fahren, wie ich’s am letzten Wochenende mit meinen Kindern gemacht habe und abends beim Wein ihnen erzählen können, wie wir das damals gemacht haben.“ (zur Hoffnung auf Schnee auch im Jahr 2050 und der Notwendigkeit von Klimaschutz)

„Und auch wenn ich als Kind der 80er zugebe, dass ich ein riesengroßer Nena-Fan war und auch immer noch bin: Dieses Handeln nach dem Motto ‚Irgendwo, irgendwie, irgendwann‘, das ist die falsche Platte.“ (zieht beim politischen Aschermittwoch einen Vergleich zwischen einem Hit der 1980er-Jahre und der Pandemie-politik der Bundesregierung)

Robert Habeck, Grünen-Chef

„Wieso hat Großbritannien 15 Millionen Menschen geimpft und wir hühnern hier rum? Ich glaube, rumhühnern ist inzwischen der korrekte Fachbegriff dafür.“ (beim Versuch, einen neuen „Fachbegriff“ zur deutschen Impfpolitik zu prägen)

Die Grünen-Chefs Annalena Baerbock (l.) und Robert Habeck (r.) beim digitalen politischen Aschermittwoch ihrer Partei. Auf dem Monitor: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. © Quelle: Kay Nietfeld/dpa

Claudia Roth, Grünen-Bundestagsabgeordnete

„Dafür reicht es eben nicht aus, Bäume zu umarmen und gleichzeitig die Windkraft zu bekämpfen. Dafür reicht es nicht aus, das Kruzifix aufzuhängen und gleichzeitig die Schöpfung zu betonieren.“ (zur Klimapolitik der bayerischen Staatsregierung)

„Unser Bayern ist nicht nur Heimat für Markus und Horst, für Hubert und a bisserl Ilse. Unser Bayern ist bunt, ist offen. Unser Bayern ist vielfältig. Ist Heimat von und ist Heimat für Gülseren und Cemal, Benjamin und Tessa.“ (zu ihrem Heimatbegriff)

Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag

„Markus Söder ist vor allem laut und omnipräsent. Er redet während der ganzen Fahrt, er bestimmt das Radioprogramm. Er dreht die Heizung mal rauf, dann dreht er die Heizung mal runter. Ja, er sagt sogar dem Navi, wo es langgeht.“ (über die Corona-Politik Söders)

Natascha Kohnen, Landesvorsitzende der Bayern-SPD

„Und was wir eben auch nicht brauchen in Bayern, ist ehrlicherweise ein Raumfahrtprogramm ‚Bavaria One’, mit dem wir das Weltall erkunden, solange wir hier unten auf der Erde nicht mal die Schülerin und den Schüler digital mit ihren Schulen verbinden können.“ (über das Raumfahrprogramm „Bavaria One“)

„Das, was wir nicht brauchen in Bayern, ist ein Wirtschaftsminister, der 90.000 Wischmopps bestellt, statt endlich den Unternehmerlohn einzuführen, den er schon längst letzten Sommer hätte einführen müssen.“ (über Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, der im vergangenen Jahr 90.000 Wischmopps angeschafft hatte)

Michael Piazolo, Bayerns Kultusminister (Freie Wähler)

„Zu Hause zu lernen, das ist eine besondere Herausforderung, das ist eine Revolution.“ (über das Distanzlernen während der Schulschließungen)

Klaus Lederer, Berlins Kultursenator (Linke)

„Die Haare werden länger, die Geduldsfäden werden kürzer. Statt Locke-Down ist Lockdown. Ich sag euch aber, lasst es euch nicht verdrießen. Ein Prost auf die Solidarität.“ (in einem Videogrußwort zum politischen Aschermittwoch der Linken in Passau)

Janine Wissler, stellvertretende Linke-Chefin

„In der Pandemie sitzen wir alle in einem Boot, wird gern gesagt. Ja, das stimmt. Aber die einen rudern wie verrückt, andere klammern sich an die Reling und versuchen, nicht über Bord zu gehen, während es sich andere unter Deck ziemlich gut gehen lassen.“ (zur Corona-Politik der Bundesregierung)

Nicole Bauer, niederbayerische FDP-Bezirksvorsitzende

„Ich muss an der Stelle unbedingt klarstellen, dass das Maximilian kein Königssitz ist, Herr Söder, genauso wenig wie der Reichstag primär Touri-Hotspot ist. Da sitzen eigentlich gewählte Abgeordnete und die treffen Entscheidungen. Diesen Absolutismus der Sonnenkönige, den haben wir eigentlich bei der Französischen Revolution schon längst überwunden.“ (zum Regierungsstil von Ministerpräsident Markus Söder während der Corona-Pandemie)

Daniel Föst, Bayerns FDP-Chef

„Bei jedem Thema hüpft Hubert Aiwanger wie ein Rumpelstilzchen wütend um das Lagerfeuer und wenn Kurfürst Markus sagt, ‚komm Hubert, setz dich’, dann setzt sich Hubert Aiwanger brav an den Kabinettstisch.“ (über Bayerns Wirtschaftsminister und Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger und dessen Verhältnis zu Ministerpräsident Markus Söder)

„Ich vermisse eure körperliche Nähe.” (zur Verlegung des politischen Aschermittwochs ins Internet wegen der Corona-Pandemie)

RND/tdi/dpa

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