Migration über Belarus: Erneuter Leichenfund in Polens Grenzgebiet

  • Erneut wurde in Polens Grenzgebiet zu Belarus ein Toter von Soldaten entdeckt.
  • Vermutlich handelt es sich dabei um einen Migranten aus Nigeria.
  • In dem Grenzgebiet sind schon mehrere Menschen gestorben.
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Warschau. In Polens Grenzgebiet zu Belarus haben Soldaten einen weiteren Toten gefunden. Die Leiche eines Mannes sowie ein Rucksack und ein nigerianischer Pass seien am Dienstag in einem Wald bei Olchowka entdeckt worden, sagte eine Sprecher der örtlichen Polizei der Nachrichtenagentur PAP. Der Fundort liegt demnach etwa neun Kilometer von der polnisch-belarussischen Grenze entfernt. Die Identität des Toten müsse noch geklärt werden, es sei nicht sicher, ob er auch der Besitzer des bei ihm gefundenen Passes war. In dem Grenzgebiet sind schon mehrere Menschen gestorben.

Seit Wochen versuchen Tausende Migranten und Flüchtlinge, von Belarus über die EU-Außengrenzen nach Polen oder in die baltischen Staaten zu gelangen. Die EU wirft dem autoritären belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, gezielt Menschen aus Krisenregionen nach Minsk einfliegen zu lassen, um sie dann in die EU zu schleusen und so die Lage im Westen zu destabilisieren. Die EU-Staaten haben Stacheldrahtzäune errichtet, um die Migranten aufzuhalten.

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Polens Grenzschutz meldete am Mittwoch 51 Versuche eines illegalen Grenzübertritts binnen 24 Stunden. In der Nähe der Ortschaft Czeremsza durchbrach demnach eine Gruppe von 35 Migranten die Grenzbefestigung und drang mehrere Meter auf polnisches Gebiet vor. Die polnischen Uniformierten seien mit Laser- und Stroboskopstrahlen geblendet und mit Steinen beworfen worden, sagte eine Sprecherin. Die Migranten wurden festgenommen und zur Grenze zurückgebracht.

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Derweil hob am Morgen von Flughafen in Minsk ein weiterer Sonderflug ab - diesmal nach Syrien. Dem belarussischen Flughafen zufolge waren 96 Menschen an Bord des Airbus A-320 mit Ziel Damaskus. Zuletzt gab es mehrere Flüge in den Irak. Nach Angaben der Behörden in Belarus wurden so mehr als 2000 Migranten in ihre Heimat zurückgeflogen.

RND/dpa

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