Pleiten, Pech und Puma: Die Beschaffungsprobleme der Bundeswehr

  • Die Truppe hat ein Problem mit ihren Schützenpanzern: Der Marder ist veraltet, der Puma fährt nicht.
  • Woran liegt es, dass die Bundeswehr immer wieder viel zu lange auf Gerät warten muss, das dann nicht funktioniert?
  • RND-Hauptstadtkorrespondentin Daniela Vates geht auf Spurensuche.
Das tägliche Briefing
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht war es doch keine gute Idee der Bundeswehr, ihre Schützenpanzer mit Tiernamen zu versehen. Marder und Puma – das klingt zwar angriffslustig und kraftvoll. Beides aber sind schwer beherrschbare Tiere. Der Marder-Schützenpanzer erwies sich beim Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan als zu klein und als veraltet. Das Nachfolgemodell Puma sollte alle Probleme lösen. Doch Pumas können lahmen, der neue Panzer bringt die Bundeswehr nicht weiter. Die Verantwortlichen in Berlin sprechen von einer “unverändert unbefriedigenden Einsatzbereitschaft”. RND-Hauptstadtkorrespondentin Daniela Vates übersetzt das Behördendeutsch: “Der Puma steht herum, aber er fährt nicht. Oder zumindest nicht zuverlässig”, lautet ihr Urteil.

Wie kommt es immer wieder zu den teuren Beschaffungsproblemen der Bundeswehr? Daniela Vates zeichnet die Geschichte des Puma nach und zieht Parallelen zu anderen Pleiteprojekten: Das Transportflugzeug A400M kam elf Jahre zu spät, die Fregatte F125 hatte im vergangenen Sommer fünf Jahre Verspätung. Der jüngste Rüstungsbericht bemängelt “nicht hergestellte Versorgungsreife, das heißt dauerhaft eingeschränkte logistische Betreibbarkeit”. Es fehlt wohl unter anderem an Munition.

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Wer aber ist verantwortlich für die Pannen? Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ist nicht bereit, die Mängel hinzunehmen, und spielt den Ball zurück zur Industrie. Die aber hat sich in den vergangenen Jahren bei der Bundeswehr auf einen geduldigen Auftraggeber eingestellt. Mit Spannung blickt das politische Berlin daher auf eine Entscheidung, die die Hardthöhe bald treffen muss: Wird die Bundeswehr, wie geplant, 210 weitere Puma-Schützenpanzer kaufen?

Testen, testen, testen – aber wer bezahlt?

Ist das schon die zweite Welle, gibt es eine Dauerwelle oder ist alles halb so schlimm? Die steigenden Corona-Zahlen alarmieren die Politik, vor allem die Rückkehrer aus dem Urlaub werden als Risiko identifiziert. Die Rückkehrer sollen daher möglichst verpflichtend getestet werden. Aber wer soll die Tests bezahlen? RND-Hauptstadtkorrespondent Andreas Niesmann sieht in seinem Kommentar durchaus die Urlauber in der Pflicht – und appelliert an die Vernunft. Er selbst ist mit gutem Beispiel vorangegangen. Der gestern beendete Familienurlaub ging nach Wolgast – und nicht, wie ursprünglich geplant, nach Schweden.

Zitat des Tages

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Das erste Wort, das er als Kind gesagt hat, war: Ball.

Dieter Hoeneß über seinen Sohn Sebastian, der am Montag als neuer Trainer des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim vorgestellt wurde

Leseempfehlungen

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Hollywoodstar Sean Penn, der zuletzt nicht in besonders vielen Filmen zu sehen war, nutzt seine Zeit aktuell offenbar anders – für soziales und politisches Engagement. Im RND-Interview spricht er über die Corona-Krise, die Black-Lives-Matter-Bewegung und seine Hoffnung, dass die USA bald nicht mehr von Donald Trump regiert werden. Außerdem feiert der Schauspieler demnächst seinen 60. Geburtstag – Angst vorm Alter hat er aber nicht.

Hollywoodstar Sean Penn. © Quelle: imago images/UPI Photo

Nach der Sommerpause ging gestern der Prozess um die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke weiter – mit einem Paukenschlag. Der Angeklagte Stephan Ernst beantragte die Entpflichtung seines Anwalts Frank Hannig. Das Vertrauen zu dem Pflichtverteidiger sei “auf Dauer zerstört”, hieß es zur Begründung. RND-Reporterin Julia Rathcke, die den Prozess verfolgt, berichtet über die Hintergründe.

Die Termine des Tages

  • Es ist eigentlich nur ein Fototermin, aber er hat Symbolkraft für eine lange Geschichte: Heute wird die Tür der Synagoge in Halle ausgetauscht, die am 9. Oktober 2019 den Attentäter Stephan Balliet aufhielt. Er hatte am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, die Synagoge zu stürmen. Der Mann konnte sich jedoch auch mit Waffengewalt keinen Zutritt zur Synagoge verschaffen. Die schwere Synagogentür mit ihren Einschusslöchern und Aufbruchspuren soll jetzt zum Kunstobjekt werden – und immer an die Tat erinnern.
Die Tür der Synagoge von Halle hielt dem Attentäter stand. © Quelle: imago images/Future Image
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  • Hält der Waffenstillstand in der Ukraine? Es wäre schon ein kleines Wunder. Internationale Beobachter wollen heute ganz genau hinschauen. Das ukrainische Präsidentenamt und Vertreter der prorussischen Separatisten aus den Gebieten von Donezk und Luhansk hatten sich auf die neue Waffenruhe in dem seit 2014 tobenden Krieg geeinigt. Sie begann in der Nacht zu Montag. Rund zwei Dutzend Anläufe für eine vollständige Waffenruhe scheiterten bisher nach kurzer Zeit.
  • In Los Angeles werden heute die Emmy-Nominierungen bekannt gegeben. Die Emmys gelten als die wichtigsten Fernsehpreise der USA.

Der Podcast des Tages

Der Schnappschuss des Tages

Einige Pilger beten vor der Kaaba in Mekka. Wegen der Corona-Pandemie sind dieses Jahr nur wenige Tausend Pilger zur jährlichen Hadsch-Pilgerfahrt nach Saudi-Arabien zugelassen. Die Gläubigen müssen unter 65 Jahre alt sein, sie müssen sich zudem bereits im Land befinden. © Quelle: ---/Saudi Ministry of Media/AP/d

Jede Stunde neu: Unsere News zum Hören

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Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

aus dem RND-Newsroom: Jörg Kallmeyer

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
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